Flixtrain baut Angebot aus

Bei Bahn-Konkurrent Flixtrain läuft es offenbar sehr gut. Das Unternehmen will nur drei Monate nach dem Start sein Angebot deutlich ausbauen und mehr Züge auf die Schienen schicken. Außerdem sollen Kunden künftig Sitzplätze bei Flixtrain reservieren können.

Wie der Fernzug-Anbieter jetzt mitteilte, will er zwei neue Züge auf die Schienen bringen. Neben Flixbus gehört auch Flixtrain zu Flixmobility. Das Unternehmen ist der Deutschen Bahn aufgrund der Fernbusse ein Dorn im Auge, seit Ende März macht es ihr auch noch auf der Schiene Konkurrenz.

Stuttgart und Berlin zwei Mal täglich

Ab dem 21. Juni soll Flixtrain die beiden Großstädte Stuttgart und Berlin täglich zwei Mal miteinander verbinden. Damit konnte man das Angebot schon einen Monat früher ausweiten als ursprünglich geplant. Der zweite Zug wird ab dem 19. Juli auf der Strecke Köln-Hamburg eingesetzt.

André Schwämmlein, Geschäftsführer bei Flixtrain zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. Die Resonanz ist nur drei Monate nach der Einführung „überwältigend“. Er rechnet sogar damit, dass das selbst gesteckte Ziel von 500.000 Fahrgästen bis zum Jahresende noch deutlich übertroffen werden könnte. Schon jetzt sind mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Plätze belegt.

Das könnte allerdings auch daran liegen, dass die grünen Flixtrain-Züge derzeit die einzige Konkurrenz zum IC und ICE der Deutschen Bahn im Schienenfernverkehr sind. Und die Bahn hat im letzten Jahr immerhin 143 Millionen Fahrgäste alleine in den Fernzügen gezählt. Außerdem hat Flixtrain bereits einen Antrag gestellt, ab Mitte Dezember 2018 auch zwischen Berlin und Köln sowie Berlin und München zu fahren.

Sitzplätze können reserviert werden

Einiges getan hat sich auch bei den Buchungsmöglichkeiten. So bietet Flixtrain seine Tickets nicht mehr nur online an. An den Bahnhöfen von Berlin, Düsseldorf und Stuttgart hat man sogar eigene Stände für den Ticketverkauf ins Leben gerufen.

Außerdem können die Gäste ab Juli 2018 auch Sitzplätze reservieren – natürlich gegen Gebühr. Wer etwa am Fenster sitzen will, zahlt 3,99 Euro zusätzlich, für alle anderen Sitzplatzreservierungen werden 3,49 Euro fällig.

Etwas teurer wird es allerdings für Familien. Bei der Deutschen Bahn dürfen Kinder bis 14 Jahre kostenfrei mitfahren. Bei Flixtrain gilt die kostenfreie Beförderung nur für Kinder bis fünf Jahre, danach fallen ermäßigte Preise an.

Flixbus arbeitet eng mit Flixtrain zusammen und will bis Ende des Jahres 140 neue Haltepunkte in Österreich, der Schweiz und Deutschland einrichten. Darunter sollen auch kleinere Städte, wie Landsberg am Lech, Klettgau oder Bad Säckingen im Landkreis Waldshut sein. In den großen Metropolen sollen Haltestellen in Ahrensfelde, Berlin-Pankow-Heinersdorf, Hamburg-Harburg und am Hamburger Flughafen errichtet werden. Außerdem will Flixbus den Busfahrplan künftig stärker auf Flixtrain abstimmen.

Quelle: dpa