Hat die Elbe unter den Niedrigwasserständen gelitten?

Diese Frage stand bei einer Forschungsfahrt des Helmholtz-Zentrums im Mittelpunkt. Dabei wurde der gesamte Verlauf der Elbe auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland untersucht.

Wer auf der Elbe in den letzten Tagen ein Schiff mit dem Namen „Albis“ entdeckte, konnte einen Teil der Forschungsfahrt zur Untersuchung der Elbe verfolgen. Das Forschungsschiff des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung startete am 29. August 2019 in Schmilka und kam planmäßig zum Ende der ersten Septemberwoche in Geesthacht an.

Welche Daten der Elbe sollte das Forschungsschiff „Albis“ erheben?

Allein in Sachsen und Sachsen-Anhalt gab es zwei Dutzend Zwischenstopps zur Erhebung der Daten. Dabei wurden jeweils beidseitig in Ufernähe sowie in der Flussmitte Wasserproben entnommen. Außerdem wurden die Wassertemperatur und der Sauerstoffgehalt des Wassers gemessen. Die Wasserproben sollen genaue Auskunft geben, mit welchen Schadstoffen die Elbe belastet ist. Auch die Einschätzung der Vermehrung von Algen gehörte zu den Zielen der Forschungsfahrt. Die Algenvermehrung verändert sich einerseits durch den Eintrag von Nährstoffen, die aus Abwasser stammen oder vom Regen von den Feldern und Weinbergen in das Flusswasser gespült werden. Anderseits spielen die Wassertemperaturen eine wichtige Rolle. Sie waren durch die extremen Niedrigwasserstände hoch, die sowohl im Jahr 2018 als auch im Sommer 2019 erreicht wurden. Es war nicht die erste Testfahrt im Rahmen der MOSES-Initiative. Bereits im April und Juni gab es intensive Untersuchungen im Bereich der Elbmündung. Dort finden erneute Forschungsfahrten im September statt, deren Daten die von den Wissenschaftlern erhobenen Messwerte der „Albis“-Fahrt ergänzen sollen.

Forschungsfahrten dienen der Datenerhebung und zu Übungszwecken

Bei der Erforschung der Elbe arbeiten drei Helmholtz-Zentren zusammen. Dazu gehört auch das GEOMAR Institut in Kiel. Die diesjährigen Fahrten sind ein Teil der MOSES-Initiative. In diesem Rahmen sind umfangreiche Tests für das Jahr 2020 geplant. Dabei werden insgesamt zehn Helmholtz-Zentren zusammenarbeiten. Die 2019er Forschungsfahrten dienen auch dazu, die Wissenschaftler zu trainieren, die an der Messkampagne im Jahr 2020 teilnehmen sollen. Die MOSES-Initiative will dabei Daten sammeln, welche die Veränderungen der Wasserqualität in Abhängigkeit vom Pegelstand dokumentieren. Deshalb sollen die Forschungsfahrten sowohl bei Niedrigwasser als auch bei Hochwasser durchgeführt werden. Dabei sind die Vorlaufzeiten sehr kurz. Das heißt, die bisherigen Fahrten dienten auch dem Test der organisatorischen und logistischen Abläufe.

Quelle: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung