Thomas Cook Touristik GmbH stellt Geschäftsbetrieb ein

Bereits Anfang Oktober 2019 wurden alle Reisen infolge der Insolvenz abgesagt. Nun teilte der Insolvenzverwalter die Einstellung des Geschäftsbetriebs der Thomas Cook Touristik GmbH mit.

Die Einstellung des Geschäftsbetriebs bei der Thomas Cook Touristik GmbH erfolgt zum Jahresende 2019. Der Insolvenzverwalter Ottmar Hermann gab als Ursache rechtliche Gründe an. Zwar gibt es einige Interessenten, aber derzeit liegen keine konkreten Angebote vor, die den Fortbestand des deutschen Ablegers der in Großbritannien beheimateten Thomas Cook Group sichern könnten.

Lage bei der Abwicklung der Thomas Cook Group ist unterschiedlich

Für einige Tochterunternehmen wurden bereits Käufer gefunden. Das trifft beispielsweise auf die Tochtergesellschaften in Skandinavien zu. Für sie wurde der Verkauf an eine Gruppe von Investoren am 30. Oktober 2019 realisiert. Zu den übernommenen Teilen gehört auch die Airline Scandinavia. Die neuen Besitzer benannten sie unmittelbar nach der Wirksamkeit des Kaufvertrags in Sunclass Airlines um. Gut sind außerdem die Aussichten, die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH zu erhalten. Die dafür zuständige Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs bestätigte in einem offiziellen Statement, dass es für diesen Unternehmensteil der Thomas Cook Group eine steigende Zahl von Interessenten gibt.

Zudem mehren sich die Anzeichen dafür, dass auch die Sentido-Hotelkette sowie der Bereich smartline erhalten werden können. Hier scheinen die Verhandlungen bereits ein finales Stadium erreicht zu haben. Nach den Angaben der Insolvenzverwalter sieht es so aus, als ob die Kaufinteressenten sogar das vorhandene Personal mehrheitlich übernehmen wollen. Kommen alle momentan angedachten und verhandelten Käufe zustande, könnten mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze bei den deutschen Ablegern der Thomas Cook Group erhalten werden. Auch bei Neckermann Reisen und Air Marin sehen die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf gut.

Welche Konsequenzen hat das für gebuchte und bezahlte Reisen für 2020?

Nach dem aktuellen Stand der Dinge werden bei der Thomas Cook Touristik GmbH für 2020 gebuchte Reisen storniert. Besonders hart trifft es dabei Frühbucher, die ihre Reise bereits teilweise oder komplett bezahlt haben. Sie sollten besser nicht auf eine vollständige Erstattung der Anzahlungen und Vorauszahlungen hoffen. Schon in einer frühen Phase der Insolvenz der Thomas Cook Group war klar, dass die bei der Zurich Re abgeschlossenen Versicherungen nicht für eine komplette Deckung aller Kosten ausreichen. Inzwischen haben sich aber die Chancen erhöht, durch die oben genannten erfolgten und in Planung befindlichen Verkäufe von Teilen der Unternehmensgruppe eine höhere Auszahlungsquote zu bekommen.

Quelle: offizielle Mitteilung der Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm