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Schnecken im Garten: So werden Sie sie los

© Gina Sanders - Fotolia.com
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Der größte und gefräßigste Feind unserer heimischen Gartenkräuter, Salate und Gemüsepflanzen ist die Schnecke. Die „Spanische Wegschnecke“, eine Nacktschnecke, ist dabei in deutschen Gärten besonders häufig anzutreffen. In einer einzigen Nacht kann die Schnecke, die im Lateinischen „Arion Iusitanicus“ heißt, die Hälfte ihres eigenen Gewichts verzehren. Die gefräßigen Tiere können im Salatbeet also jede Menge Schaden anrichten und da fragt sich der Hobbygärtner natürlich, was er dagegen tun kann. Wir räumen auf mit Mythen und zeigen, was hilft.

Schneckenschutz im Garten: Maßnahmen kombinieren

Der Schneckenexperte des Naturschutzbundes (NABU), Walter Wimmer, empfiehlt, im Kampf gegen die Schnecken stets eine Kombination von mehreren Maßnahmen durchzuführen. Fast jede der bekannten Abwehrmaßnahmen hat Vor-, aber auch Nachteile. Einige Maßnahmen hängen von der aktuellen Witterung ab, so dass sie bei Regen oder Trockenheit gut wirken, bei einer entgegengesetzten Witterung jedoch nichts bringen.

Was bringen Bierfalle und Stahlblechzaun gegen Schnecken?

Ein Stahlblechzaun gegen Schnecken, auch als Schneckenzaun bekannt, hat sich bewährt. Der Zaun mit einer mehrfach gebogenen Kante wird um das zu schützende Gemüsebeet angelegt. Dabei ist es wichtig, dass nicht ein einziger Pflanzenteil über den Zaun lugt. Dieser würde der Schnecke als Brücke dienen, so dass sie den Zaun überwinden könnte.

Da aber Schnecken auch noch im Boden verblieben sein oder aus dort befindlichen Eiern schlüpfen könnten, sollten zusätzlich Bierfallen aufgestellt werden. Wichtig ist aber: Bierfallen alleine reichen nicht. Schnecken reagieren sehr stark auf Duftstoffe und mit Bier werden sie angelockt – womöglich sogar noch aus dem Nachbargarten.

Wie wirken Fadenwürmer und Rindenmulch gegen Schnecken?

Auch Rindenmulch gilt als natürliche Barriere für Schnecken, die sie nicht überwinden können. Er sollte ums Beet gestreut werden. Die kantigen Stücke stellen ein Hindernis für die Schnecken dar.

Zusätzlichen Schutz bieten Fadenwürmer, auch als Nematoden bezeichnet. Sie gelten als lichtempfindlich und werden meist in einer Tüte Lehmpulver angeboten. In Wasser eingerührt geben Sie die Fadenwürmer bei bedecktem Himmel auf das Beet. Sie sollen die Schnecken angreifen und sie mit einem tödlichen Bakterium infizieren, wodurch sie zersetzt werden. Lichtgeschützt und gekühlt lassen sich die Fadenwürmer maximal eine Woche lagern, so dass Sie auf bedeckten Himmel hoffen müssen.

Kupfernetze und Schneckenkorn gegen Schnecken einsetzen

Schneckenkorn besteht aus Eisen-III-Phosphat. Dieses Mittel ist sogar im ökologischen Anbau zugelassen und soll die Schnecken töten. Eine Barriere wird mit einem Netzzaun bestehend aus Kupferdraht errichtet. Er sollte mindestens sechs Zentimeter hoch sein und ist die preiswerte Alternative zum verzinkten Schneckenzaun. Kupfer wird zudem nachgesagt, dass er auf Schnecken abschreckend wirken soll.

Was bringen die einzelnen Methoden zum Schneckenschutz?

Während der klassische Schneckenzaun mit Bierfallen kombiniert gute Wirkungen mit sich bringt, ist Rindenmulch nur bei sehr trockener Witterung zu empfehlen. Durch dauernde Regengüsse wird der Mulch aufgeweicht und stellt kein Hindernis mehr für Schnecken dar. Vögel und Wind verringern das Hindernis zusätzlich. Auch die Fadenwürmer sieht Walter Wimmer vom NABU eher kritisch. Denn sie greifen nicht nur für das Gemüse gefährliche Schnecken an, sondern auch alle anderen Schnecken, die im Garten durchaus nützlich sein können.

Der Kupferzaun bringt hingegen keine Abschreckung, Schnecken klettern unbeirrt darüber. Der Schneckenkorn dagegen hilft – allerdings erst nach einigen Tagen. Zudem tötet er auch Schnecken, die gar nicht auf das Gemüse aus sind.

Methaldehyd gilt ebenfalls als Schneckenmittel. Allerdings ist es hochgiftig und wird es  zwischen Salat- oder Erdbeerpflanzen gestreut, dürften diese erst nach vier Wochen geerntet werden, um ungefährlich zu bleiben.