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Neues THG-Gesetz: Kritik kommt nicht nur von Klimaschützern

Weltkugel mit Baum

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgaminderungsquote (kurz THG-Quote) ist ein guter Schritt, wird aber an einigen Stellen als nicht ausreichend eingestuft.

Grundsätzliche Kritik am neuen THG-Gesetz wäre in erster Linie von Klimaaktivisten zu erwarten. Doch auch dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e. V. (BDBe)geht es nicht weit genug. Der Verbandsvorsitzende (Norbert Schindler) bemängelt vor allem den vorgesehenen Umfang der Minderung der Treibhausgasquote bis zum Jahr 2025. Der Kohlendioxidausstoß sollte seiner Meinung nach bereits in den nächsten Jahren deutlich umfangreicher ausfallen.

BDBe stuft neues THG-Gesetz stellenweise als Täuschung ein

Dabei richtet sich die Kritik in der Hauptsache gegen die nach dem THG-Gesetz zulässigen Möglichkeiten der Mehrfachanrechnung. Ein Beispiel dafür ist der Ladestrom für Elektrofahrzeuge. Darin sieht der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft die Gefahr einer zunehmenden Verdrängung von Bioethanol aus der in Deutschland verfügbaren Kraftstoffpalette. Gleichzeitig bemängelt der Verbandsvorsitzende, dass ein Verbot von Biokraftstoffen aus ökologisch nicht verträglichem Anbau im Ausland erst ab 2025 erfolgen soll und bis dahin die Verwendung von Rohstoffen aus ökologisch verträglichen einheimischen Quellen beschränkt wird. Außerdem ist der Bundesverband der Überzeugung, dass das THG-Gesetz einheitliche Durchführungsbestimmungen auf dem Gesetzweg benötigt. Die vorgesehene Praxis der Umsetzung mit Verwaltungsverordnungen sieht der Verbandsvorsitzende nicht als den idealen Weg an.

Wie ist die aktuelle Lage auf dem Kraftstoffmarkt?

Die letzten offiziellen Daten liegen für das Jahr 2019 vor. Danach reduzierte sich beim in Deutschland produzierten Bioethanol die Menge deutlich. Sie lag im Jahr 2018 noch bei 753.590 Tonnen und betrug 2019 nur noch 651.565 Tonnen. Das entspricht einem Minus von 13,5 Prozent. Mais löste 2019 als Rohstoff mit einem Anteil von 205.392 Tonnen den vorherigen Spitzenreiter Weizen ab. 2019 wurden im Vergleich mit dem Vorjahr knapp 44 Prozent weniger Melasse und Zuckerrübenteile und 25 Prozent weniger Mais zu Bioethanol verarbeitet. Bei Roggen, Gerste sowie anderen landwirtschaftlichen Produkten schlägt ein Minus von rund 27 Prozent zu Buche. Der mit Abstand größte Anteil des Bioethanols wird in Deutschland als ökologisch verträglicher Kraftstoff verwertet. Im Jahr 2019 waren das 542.699 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das allerdings ein Rückgang um 12,8 Prozent. Die Verwendung als Beimischung für ETBE wies 2019 mit 20 Prozent im Vergleich zu 2018 den größten Rückgang auf.

Quelle: Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft