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Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor schnellem Zinsanstieg

Eigentlich stehen die Zeichen gut, dass die Europäische Zentralbank schon bald über eine Anhebung der Leitzinsen nachdenken könnte. Ein Grund dafür ist, dass die Ziele bei der Inflationsrate in den meisten Ländern der europäischen Union nahezu erreicht wurden. In den wichtigsten EU-Ländern ist auch die Konjunktur erfolgreich in Schwung gekommen. Doch noch hält die Chefetage der EZB an der bisherigen Strategie der Niedrigzinsen und der massiven Anleihenaufkäufe fest, um die Kontinuität der wirtschaftlichen Entwicklung nicht zu gefährden. Nun bekommt Mario Draghi Rückenwind von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Das geht aus den Kommentaren zu dem gerade eben vorgelegten Jahresbericht hervor.

Warum hält die BIZ schnelle Zinserhöhungen für riskant?

Der Hauptgrund für die Warnung vor vorschnellen Zinserhöhungen ist die Tatsache, dass viele Privathaushalte hohe Schulden haben. Eine erhebliche Zinsanpassung könnte zu Zahlungsausfällen führen. Diese Situation zeigt sich identisch bei den öffentlichen Kassen. Außerdem reduzieren höhere Zinsen die Investitionsbereitschaft, was das aktuelle Wirtschaftswachstum in vielen Ländern abrupt ausbremsen könnte. Höhere Zinslasten würden sich auch auf dem Arbeitsmarkt negativ bemerkbar machen. Sie empfehlen deshalb eine sehr langsame Korrektur des derzeitigen Zinsniveaus. Das entspricht den Auffassungen, die derzeit auch von der Europäischen Zentralbank vertreten werden. Deshalb haben sie sich dem Vorbild der amerikanischen Federal Reserve bisher noch nicht angeschlossen.

Sehr deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern

Bei der Zinsanpassung müssen auch die gravierenden Unterschiede berücksichtig werden, die in den einzelnen Ländern der Welt derzeit registriert werden. Unter den Ländern der Europäischen Union schneiden dabei Italien und Deutschland ab, denn hier ist die Verschuldungsquote im Vergleich zum Umfang des Bruttoinlandsprodukts niedrig und seit einigen Jahren rückläufig. Deutlich anders sieht es beispielsweise in Kanada, den Niederlanden, Australien und der Schweiz aus. Hier übersteigen die Schulden das pro Jahr verzeichnete Bruttoinlandsprodukt und die Tendenz ist weiter steigend. Würden hier die Haushalte mit zusätzlichen Zinsen belastet, würde sich das deutlich auf das Konsumverhalten auswirken.

Quelle: bis.org