Schon seit einigen Wochen läuft der Streit zwischen der Gewerkschaft Ver.di und den Arbeitgebern im Handel. Eine Annäherung war auch nach den ersten Verhandlungen nicht in Sicht. Deshalb hat
Ver.di-Streiks richten sich gegen deutlichen Kaufkraftverlust
Silke Zimmer, eine der Vorstandsmitgliederinnen der Gewerkschaft Ver.di sprach in einer offiziellen Pressemitteilung wörtlich von einem „Kaufkraftverlust mit Ansage“. Er ist für die rund fünf Millionen Beschäftigten in den Bereichen Großhandel, Einzelhandel und Außenhandel nicht hinnehmbar. Nach Auffassung der Gewerkschafter/-innen besteht dort ein Nachholbedarf bei der Anpassung der Löhne und Gehälter. Die jüngsten Erhöhungen in den Tarifverträgen sind unter der Inflationsrate zurückgeblieben, was dazu geführt hat, dass die reale Kaufkraft aktuell unter dem Level aus dem Jahr 2020 liegt. Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite ist weder für die Angestellten noch für die Verhandlungsführer der Gewerkschaft Ver.di nachvollziehbar. Sie sehen mit Blick auf die Bilanzen der Handelsunternehmen Spielraum für die Erfüllung ihrer Forderungen. Immerhin hat der Groß- und Einzelhandel im Jahr 2025 fast 58 Milliarden Euro als Gewinn verbuchen können. Im Einzelhandel belief sich der Gewinn zeitgleich auf rund 25 Milliarden Euro.
Wo liegen die Forderungen von Ver.di und die Angebote der Arbeitgeberseite?
Mit Blick auf den oben genannten Nachholbedarf fordert Ver.di eine Erhöhung der tariflichen Entgelte um 7 Prozent bei einem Minimum eines Aufschlags von 225 Euro pro Monat bei einer Vollzeitbeschäftigung. Der Tarifvertrag soll nach den Vorstellungen der Gewerkschaft eine Laufzeit von 12 Monaten haben.
Die Arbeitgeberseite fordert eine Laufzeit von mindestens 24 Monaten. Die Entgelterhöhung soll im Bereich Außen- und Großhandel bei 3,4 Prozent liegen. Im Einzelhandel sind die Verhandlungspositionen noch weiter voneinander entfernt, denn dort bieten die Arbeitgeber lediglich eine Lohnerhöhung von 2 Prozent an, die noch dazu erst 6 Monate nach der Unterzeichnung des Tarifvertrags starten soll. Nach weiteren 3 Monaten soll es einen weiteren Aufschlag in Höhe von 1,5 Prozent geben, was zu einer Gesamterhöhung von 3,5 Prozent während der kompletten Laufzeit von 24 Monaten führen würde. Damit liegt das Angebot der Arbeitgeberseite prozentual gerade einmal bei der Hälfte der Forderungen der Gewerkschaft. Bei Hinzurechnung der zeitlichen Staffelung und der verdoppelten Laufzeit des neuen Tarifvertrags liegt es weit darunter.
Quelle: Ver.di

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