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Lücken bei der Anpassung von Wohnräumen an den Klimawandel

New air source heat pump installed outside of family house

Die Hitzewelle von Ende Juni 2026 hat gezeigt, wie notwendig Anpassungen an den Klimawandel sind. Defizite zeigen sich in Deutschland auf mehreren Gebieten.

Der Juni 2026 hat für einen neuen Temperaturrekord in Deutschland gesorgt. Eine extreme Hitzewelle schob die Messlatte auf 41,7 Grad Celsius. Wie gut oder schlecht sind Wohngebäude und Bürogebäude auf solche Herausforderungen vorbereitet? Fakt ist, dass selbst bei Neubauten die technische Anpassung von Wohngebäuden an den Klimawandel deutlich langsamer voranschreitet, als angesichts der bereits spürbaren Folgen des Klimawandels wünschenswert und notwendig wäre. Das belegen sowohl Zahlen des Statistischen Bundesamts als auch beispielsweise des Marktforschungsunternehmens Global Market Insights.

Immer mehr Wohngebäude bekommen Kühltechnik

Die gute Nachricht ist, dass der Anteil der neu errichteten Wohngebäude mit Technik zur Kühlung der Innenräume von 1,9 Prozent im Jahr 2025 auf 4,3 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist. Doch diese Steigerungsrate reicht nicht aus, denn im Umkehrschluss bedeutet das, dass 95,7 Prozent der als Neubauten errichteten Wohngebäude solche Systeme nicht haben. Verbesserungsbedarf gibt es genauso im Bereich der neu errichteten Gebäude mit Büroräumen. 62,2 Prozent der im Jahr 2025 fertiggestellten Bürogebäude haben keine technischen Systeme zur Innenraumkühlung. Bedenklich ist das mit Blick auf die gesetzliche Fürsorgepflicht der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen gegenüber ihrer Belegschaft. Noch prekärer ist die Tatsache, dass auch 66,1 Prozent der als Neubauten im vergangenen Jahr in Betrieb genommenen Schulgebäude und Krankenhausgebäude keine Klimaanlage haben, die über eine Kühlfunktion für die Innenräume verfügt.

Defizite bei der Gebäudeausstattung sind Grund zur Freude für andere Branchen

Die Schwächen bei der Ausstattung von Wohngebäuden mit technischen Anlagen zur Innenraumkühlung führen dazu, dass die Marktaussichten für andere Branchen so positiv aussehen wie schon lange nicht mehr. Ein Beispiel stellen die Anbieter für Rollläden für Wohnraumfenster dar. Sie verzeichneten weltweit im Jahr 2025 Schätzungen durch das Marktforschungsinstitut Global Market Insights zufolge einen Umsatz von rund 16,6 Milliarden US-Dollar. Die Tendenz ist stark steigend, denn für das Jahr 2026 prognostizieren die Marktforscher einen Umsatz von 17,5 Milliarden US-Dollar. Ein schnelles Ende dieser positiven Wachstumsprognosen ist nicht in Sicht, denn für das Jahr 2035 wird ein globaler Umsatz von rund 29,5 Milliarden US-Dollar vorhergesagt. Das würde eine Wachstumsrate von rund 6 Prozent pro Jahr bedeuten.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Global Market Insights

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