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Zahl der Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung ist in Deutschland hoch

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Die Zahl der Personen mit einer Schwerbehinderung ist zuletzt leicht gesunken. Allerdings machen sich dabei statistische Sondereffekte bemerkbar.

Nach den offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts wurden in Deutschland zum Jahresende 2025 rund 7,8 Millionen Menschen gezählt, bei denen eine anerkannte Schwerbehinderung vorlag. Das entspricht circa 7,8 Prozent der gesamten Bevölkerung und bedeutet rund 27.000 Personen mehr, als zum Jahresende 2023 gezählt wurden. Allerdings liegt das tatsächliche Plus höher, denn dabei müssen rund 195.000 Schwerbehinderte berücksichtigt werden, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Bundesländern Sachsen und Hessen eine Doppelerfassung vorlag. Dieser Fakt ist ein statistischer Sondereffekt, der aufgrund einer Bereinigung der Datensätze in Sachsen und Hessen auftritt. Gezählt wurden Personen mit einem GdB (Grad der Behinderung) von mindestens 50. Wissenswert ist außerdem, dass etwa 21 Prozent aller schwerbehinderten Personen einen GdB von 100 haben. Gar nicht berücksichtigt wurden Fälle, bei denen lediglich ein GdB von 30 festgestellt wurde, die aber aufgrund der Erfüllung besonderer Anforderungen eine Gleichstellung erfolgreich beantragt haben.

Geschlechterverhältnis bei Schwerbehinderung fast ausgeglichen

Das Statistische Bundesamt gibt seiner offiziellen Publikation an, dass zum Stichtag rund 49,9 Prozent der erfassten Personen mit einer anerkannten Schwerbehinderung Männer waren. Das heißt, der Frauenanteil belief sich zeitgleich auf 50,1 Prozent. Die Möglichkeit der Geschlechterangabe „divers“ floss in diese Statistik nicht ein, sondern es wurde das Geschlecht zum Zeitpunkt der Geburt berücksichtigt.
Anders sehen die statistischen Anteile allerdings mit Blick auf das Alter der Betroffenen aus. Rund 34 Prozent der Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung hatten das 75. Lebensjahr vollendet (etwa 2,7 Millionen Personen). Am größten war mit rund 45 Prozent (etwa 3,5 Millionen) der Anteil der schwerbehinderten Personen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren. Außerdem wurden zum Jahresende 2025 rund 231.000 Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 18 Jahren als schwerbehindert eingestuft. Das entspricht einem Anteil von circa 3 Prozent.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Schwerbehinderung?

Rund 3 Prozent der anerkannten Schwerbehinderungen gehen auf angeborene Schäden oder Fehlfunktionen zurück. Etwa 1 Prozent der Fälle sind Folgen von Berufskrankheiten oder Unfällen. Den Hauptanteil machen mit 91 Prozent Einschränkungen aus, die durch Krankheiten verursacht werden. Mit 57 Prozent gehen die meisten Fälle auf körperliche Einschränkungen (beispielsweise fehlende Körperteile, nicht funktionsfähige Gelenke, Wirbelsäulenschäden etc.) zurück. In mehr als einem Viertel aller Fälle (27 Prozent) musste die Schwerbehinderung aufgrund von fehlenden oder nicht funktionsfähigen inneren Organen zuerkannt werden. In jeweils rund 4 Prozent aller Fälle waren erhebliche Sehstörungen, Blindheit, Schwerhörigkeit, Störungen des Sprechens sowie der Funktion des Gleichgewichtsorgans die Ursache. Bei rund 19 Prozent aller schwerbehinderten Personen ließ sich die hauptsächliche Ursache für die Anerkennung einer Schwerbehinderung aufgrund von Lücken in den Datensätzen nicht ausmachen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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