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Wirbelstürme erweitern ihr Einzugsgebiet in Richtung der Pole

Rund um den Globus gibt es bestimmte Bereiche, in denen Wirbelstürme mit besonderer Häufigkeit auftreten. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass sich die „Tornado-Alleen“ immer weiter vergrößern. Das ist einem Bericht zu entnehmen, der in der US-Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde.

Wie verändern sich die Regionen der Wirbelstürme?

Klimaforscher unter der Leitung von James Kossin haben im Auftrag der NOAA, das ist die amerikanische Behörde für Oezanografie und Wetter, eine Studie zum Auftreten von Wirbelstürmen durchgeführt. Dabei kam heraus, dass die typischen Zuggebiete der Wirbelstürme pro Dekade sowohl Richtung Norden als auch Richtung Süden um etwa fünfzig Kilometer wachsen. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind der Indische Ozean und die Pazifik-Region. Rund um den Atlantik ist die Situation aktuell noch als stabil einzuschätzen. Die Verschiebung der Zuggebiete könnte vor allem in Äquatornähe in einigen Regionen künftig für einen akuten Wassermangel sorgen.

Auch die Klimazonen verschieben sich im globalen Maßstab

Die Verlagerung ist nicht das einzige erschreckende Ergebnis der NOAA-Studie. James Kossin und seine Mitstreiter haben auch herausgefunden, dass auch der Bereich der Tropen eine stetige Ausweitung zu den Polen hin erfährt. Solche Hinweise fanden Forscher bereits in der Vergangenheit, die NOAA-Studie lieferte nun weitere Beweise für diese Verschiebung der Klimazonen. Hinsichtlich der zugrunde liegenden Ursachen sind sich die Klimaforscher noch nicht ganz sicher. Sie schreiben jedoch den Treibhausgasen, der Luftverschmutzung und auch der stetigen Minderung der Ozonschicht eine erhebliche Beteiligung zu.

Auf welchen Grundlagen basiert die Studie der Wirbelstürme?

Bisher hatten Klimaforscher das Problem, dass die Aktivität und Zugrichtung der Wirbelstürme nicht nach einheitlichen Standards erfasst wurde. Mit der NOAA-Studie wurde nun ein System geschaffen, indem immer die Daten der jeweils größten Aktivität der Wirbelstürme zugrunde gelegt wurden. So sind direkte Vergleiche möglich. Auch haben die Forscher rund um James Kossin die Häufung von Wirbelstürmen zu bestimmten Zeiten noch einmal bestätigt. Vor allem in den Jahren 1992, 1994, 1997 sowie 2005 gab es besonders viele Wirbelstürme. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Im Indischen Ozean, im Nordatlantik, im Pazifik und in der südlichen Hemisphäre gab es 1992 und 2004 die meisten Wirbelstürme. Ein regionales Hoch erlebte der Nordpazifik im Jahr 1997. In der südlichen Hemisphäre wurden die meisten Wirbelstürme bisher in den Jahren 1980 und 1994 gezählt.