Spanische Treppe in Rom: Touristen unerwünscht

Wer Rom einen Besuch abstattet, der wird auch zumindest eine kurze Rast auf der Spanischen Treppe halten wollen. Doch das ist jetzt nicht mehr erwünscht.

Rom hat ein Verbot für eine Rast auf der Spanischen Treppe ausgesprochen. Wer sich dennoch darauf niederlässt, muss mit Strafzahlungen rechnen. Am Dienstag haben Polizisten Touristen bereits mit Trillerpfeifen von der Spanischen Treppe vertrieben. Schon im Juni gab es einen Erlass seitens des Stadtrats, der es untersagt, sich auf die Monumente zu setzen. Strafen bis zu 400 Euro drohen, wenn man sich nicht daran hält. Jetzt geht die Polizei gegen die Zuwiderhandelnden vor.

Spanische Treppe war Dienstagvormittag menschenleer

Ein Journalist von der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos berichtete, dass insgesamt acht Polizisten am Dienstag Touristen vom Sitzen auf den Marmorstufen im historischen Zentrum Roms abgehalten haben. Am Vormittag war die Spanische Treppe dann auch menschenleer. Allerdings haben einige Touristen protestiert und bezeichneten die Maßnahme als übertrieben.

Durch den neuen Erlass sind Touristen aber nicht nur angehalten, nicht mehr auf der Spanischen Treppe zu sitzen. Er verbietet auch das Baden in Brunnen sowie das Spazierengehen ohne Hemd oder T-Shirt. Selbst das Verkleiden als Zenturio oder das Durchführen von Pub Crawls, also Kneipen-Hopping in größeren Gruppen, ist untersagt. Damit will die italienische Hauptstadt die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen.

Über die Spanische Treppe in Rom

Die Spanische Treppe ist eines der Wahrzeichen von Rom. Sie wurde im 18. Jahrhundert errichtet und führt zur Kirche Trinita dei Monti. 2016 wurde die Spanische Treppe für 1,5 Millionen Euro renoviert, nachdem Luftverschmutzung, Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken sie massiv in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Gianni Battistoni, Präsident der „Via Condotti Association“, erklärte, dass man das Sitzverbot benötige, weil man nicht kontrollieren könne, ob die Menschen nicht wieder essen, wenn sie sich erst einmal auf der Spanischen Treppe niedergelassen haben und sie wieder verschmutzt würde.

Schon 2012 gab es kurzzeitig ein Verbot, ein Picknick in der Altstadt zu machen. Touristen, die sich dem Verbot widersetzten, mussten bis zu 500 Euro zahlen. Auch in anderen Städten Italiens versucht man, durch strengere Regeln den Touristenansturm in Grenzen zu halten. Im Mai erst beschloss man in Venedig strikte Regeln, um die Unesco-Welterbestadt besser zu schützen. Selbst in Florenz ist das Essen auf der Straße untersagt.

Quelle: AFP