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Rückt der Leitzins der EZB noch weiter in den Minusbereich?

Wer in den nächsten Monaten einen Kredit benötigt, darf sich derzeit auf weiter niedrig bleibende Zinsen freuen. Analysten gehen davon aus, dass der EZB-Chef Mario Draghi möglicherweise bei der nächsten Sitzung am 10. März 2016 darauf bestehen wird, den Leitzins noch weiter in den Minusbereich zu verschieben. „Große Sprünge“ wird es dabei jedoch nicht geben. Der Grund für diese Maßnahme ist die in Europa weiterhin anhaltende Gefahr einer Deflation, die sich den aktuellen Zahlen zufolge von Januar auf Februar 2016 drastisch verschärft hat.

Auf welche Zahlen muss die EZB mit dem Leitzins reagieren?

Besonders prekär für die angepeilte Inflationsrate von zwei Prozent ist die aktuelle Entwicklung der Energiepreise. Im Januar 2016 deutete alles darauf hin, dass sich diese (hochgerechnet auf das gesamt Jahr 2016) um 5,4 Prozent reduzieren werden. Die Entwicklung im Februar 2016 zeigte jedoch, dass mit einem Rückgang der Energiepreise um 8 Prozent gerechnet werden muss. Das wirkt sich auch bei der so genannten Kernrate der Inflation aus, bei der die Preise von Nahrungsmitteln, Energie, Tabak und Alkohol unberücksichtigt bleiben. Hier lag die auf der Basis der Zahlen vom Januar ermittelte Teuerungsrate für das Jahr 2016 noch bei einem Prozent. Nach der Entwicklung im Februar musste eine Korrektur auf 0,7 Prozent vorgenommen werden. Insgesamt ergibt sich damit für das Jahr 2016 eine geschätzte Inflationsrate von gerade einmal 0,2 Prozent.

Welche Möglichkeiten hat die EZB jetzt?

Eigentlich hatte die EZB geplant, 2016 den Minuszins stückweise wieder abzubauen. Doch nun zeigen die Zahlen, dass das genaue Gegenteil notwendig ist. Ergänzend dürfte das Programm der Anleiheaufkäufe weiter ausgebaut werden, das die EZB schon seit einiger Zeit verfolgt. Derzeit beträgt das Ankaufvolumen der EZB etwa 60 Milliarden Euro pro Monat. Mit beiden Maßnahmen sollen für die einzelnen Banken Anreize zur Kreditvergabe an private und gewerbliche Kunden geschaffen werden, die wiederum Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze fördern sollen. Für die EZB selbst bedeutet das allerdings auch ein erhebliches Risiko, da ihre Bilanzsumme dadurch ein kritisches Volumen annimmt.

Quelle: n-tv