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Europäischer Leitzins bleibt vorerst weiter niedrig

Während der US-Zentralbank Fed darüber nachdenkt, den Leitzins im Laufe des Jahres 2016 wieder deutlich zu erhöhen, machte Benoit Coeuré (Mitglied im Direktorium der EZB) in einem offiziellen Pressestatement deutlich, dass seitens der EZB in absehbarer Zeit keine drastischen Schritte bei den Leitzinsen zu erwarten sind. Er sprach wörtlich von einer „länger anhaltenden Zeitspanne“ beim derzeit propagierten Nullzins.

Welche Gründe benannte Benoit Coeuré?

Der zu den führenden Managern der EZB gehörende Franzose verwies in der Hauptsache auf die noch immer sehr niedrige Inflationsrate im Euroraum. Sie liegt weit weg vom angestrebten Zielwert von zwei Prozent. Eine Änderung ist hier derzeit nicht in Sicht. Dafür sorgen die niedrigen Erdöl- und Erdgaspreise, die sowohl die Energiekosten als auch die Kraftstoffkosten negativ beeinflussen. Börsenanalysten halten es inzwischen sogar für möglich, dass die Rohölpreise vor allem durch die hohen Förderquoten in Russland unter zwanzig Euro pro Barrel fallen könnten. Die Konsequenzen sind derzeit starke Preisschwankungen im Börsengeschäft. Benoit Coeuré sieht darin ein Risiko, dass die Zielwerte der Inflation gegenüber bisherigen Prognosen erst mit einer deutlichen Verspätung erreicht werden könnten.

Die künftige Vorgehensweise der EZB

Die Europäische Zentralbank wird vorerst an ihrem bisherigen Maßnahmeplan festhalten. Dazu gehören Leitzinsen im Null-Prozent-Bereich ebenso wie die massiven Aufkäufe von Wertpapieren, die von der EZB schon seit über einem Jahr betrieben werden. Gleichzeitig forderte Benoit Coeuré von den Regierungen der Mitgliedsstaaten der EU, dass sie die durch die niedrigen Zinsen eingesparten Mittel „wachstumsfördernd“ einsetzen. Konkret benannte er die Reduzierung der Einkommenssteuersätze sowie die Förderung von Investitionen. Damit soll das Wirtschaftswachstum angeheizt werden, dessen Verlangsamung der EZB derzeit ebenfalls Sorgen bereitet. Der Franzose machte in seinem Statement deutlich, dass ein Unterlassen solcher Maßnahmen dazu führen wird, dass die EZB den Leitzins noch „sehr lange“ auf dem aktuellen Niveau halten müsste.

Quelle: n-tv, Rheinische Post