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Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn läuft auf Hochtouren

Railway, Eisenbahnschienen

Der Streik der Lokführer der GDL bei der Deutschen Bahn geht weiter, obwohl die Bahn ein neues und verbessertes Angebot vorgelegt hat.

Mit einem neuen Angebot konnte der dritte Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn nicht beendet werden. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL (Claus Weselsky) ließ sich davon nicht bewegen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Leidtragenden des neuerlichen Streiks sind die Bahnkunden. Betroffen sind sowohl Reisende als auch Unternehmen, die auf rechtzeitige Zulieferungen dringend benötigter Materialien angewiesen sind. Prekär ist die Lage nun vor allem für Reisende, die am Wochenende rechtzeitig vor dem Ende der Sommerferien in Sachsen und Thüringen per Bahn nach Hause fahren wollen.

Zahlen und Fakten rund um den Lokführerstreik der GDL

Die Haltung des GDL-Chefs Weselsky ist für viel Bahnkunden nicht nachvollziehbar. Das neue Angebot der Deutschen Bahn kommt den Forderungen der GDL schon recht nahe. So will die Bahn beispielsweise die 600 Euro Corona-Prämie zahlen, die von der GDL gefordert werden. Auch die Lohnerhöhung soll bei 3,2 Prozent liegen, allerdings wird nach dem Angebot entgegen den Forderungen der Lokführergewerkschaft die erste Stufe ab dem Jahr 2022 und nicht mehr im laufenden Jahr greifen. Außerdem passt dem GDL-Chef die von der Deutschen Bahn angebotene Laufzeit von 36 Monaten für den neuen Tarifvertrag nicht. Claus Weselsky will nur eine Laufzeit von höchstens 28 Monaten akzeptieren.
Die Deutsche Bahn steht vor dem Problem, dass nur noch ein kleiner Bruchteil der Lokführer Beamtenstatus hat. Außerdem sind sie mehrheitlich in der GDL und nicht in der deutlich größeren EVG organisiert. Würde die Bahn die Forderungen der Lokführergewerkschaft vollumfänglich erfüllen, drohen aufgrund des Tarifeinheitsgesetzes Nachverhandlungen mit der EVG.

GLD-Streik verursacht erneut massive Einschränkungen und Ausfälle

Der aktuelle GDL-Streik trifft hauptsächlich die Pendler, die auf Regionalverbindungen und S-Bahnen angewiesen sind, denn die Deutsche Bahn richtet ihr Augenmerk darauf, mit den arbeitenden Lokführern vor allem den ICE-Verkehr möglichst gut zu bestücken. Allerdings kann es auch hier zu Ausfällen kommen, von denen auch der grenzüberschreitende Zugverkehr betroffen ist. So fallen beispielsweise während der gesamten Streikdauer erneut alle Fernzüge nach Dänemark und Polen aus. Reisende müssen sich bundesweit auf eine Verlängerung der Taktzeiten von S-Bahnen und Regionalbahnen einstellen. Die Fahrradmitnahme ist aufgrund der Auslastung der verbleibenden Züge nur eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich. Das trifft auch dort zu, wo Schienenersatzverkehr per Bus eingerichtet wurde. Die GDL hat offensichtlich auch die Ausweichhinweise der Deutschen Bahn während des letzten Streiks sehr genau beobachtet. So hatte die Deutsche Bahn beispielsweise auf die Züge der Westfrankenbahn verwiesen. Diesmal ist auch die Westfrankenbahn von Ausfällen betroffen, wie ein Blick auf den Ersatzfahrplan beweist.
Quelle: Deutsche Bahn, GDL