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Liquiditätsbarometer 2021: Wie denken die Deutschen beim Geld?

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Welche Sorgen und Nöte haben die Menschen in Deutschland rund ums Geld? – Das Liquiditätsbarometer 2021 gibt Auskunft.

Das Liquiditätsbarometer 2021 ist das Resultat einer Umfrage, die vom Institut YouGov im Auftrag der TeamBank durchgeführt wurde. Dafür befragte das Institut zu Jahresbeginn mehr als 3.100 Probandinnen und Probanden, wobei auf eine gleichmäßige Verteilung der Befragten auf alle Bundesländer geachtet wurde. Das gilt genauso für die Verteilung auf die befragten Altersgruppen. Dabei legte das Institut die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zur vorhandenen Bevölkerungsstruktur zugrunde.

Wie sehen die Resultate im Liquiditätsbarometer 2021 aus?

Der Liquiditätsindex erreichte mit 31,25 Punkten im Jahr 2019 einen bisherigen Höhepunkt. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben deutliche Spuren hinterlassen, denn zu Jahresbeginn lag der Index nur noch bei 13,5 Punkten. Außerdem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen. Junge Menschen schätzen mit 28,75 Indexpunkten ihre wirtschaftliche Lage deutlich besser ein als ältere Menschen (Index = 4,25 Punkte). Zusätzlich weist der Liquiditätsindex gravierende regionale Unterschiede auf. Dabei schneidet das Saarland mit 5,2 Punkten am schlechtesten ab. Ebenfalls zu den Schlusslichtern zählen sich Thüringen (7,0 Punkte) und Sachsen-Anhalt (8,5 Punkte). Die Spitzenreiter sind Hamburg (21,2 Punkte), Bayern (16,5 Punkte) und Bremen mit 16,2 Punkten. Bei 12 Prozent der Befragten hat sich die wirtschaftliche Situation seit Beginn der Coronakrise verbessert und bei 25 Prozent verschlechtert. Von der Verschlechterung sind vor allem Menschen im Alter zwischen 30 und 49 Jahren betroffen.

Wofür wollen die Deutschen ihr Geld in nächster Zeit verwenden?

Rund 60 Prozent der Befragten wollen weiterhin Rücklagen für besondere Anschaffungen bilden. Auf dem zweiten Platz landen mit 59 Prozent Ausgaben für die Ausstattung des Hauses und der Wohnung. Rund 48 Prozent möchten sich Urlaubsreisen gönnen. Interessant ist ein Punkt, denn das Homeoffice sollte allein schon mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz auch in Zukunft verstärkt angeboten werden. Allerdings wollen nur 22 Prozent der Probandinnen und Probanden in die Einrichtung oder die Optimierung des heimischen Arbeitsplatzes Geld investieren. Wahrscheinlich oder sicher geplante Investitionen in den Kauf eines neuen Autos gaben lediglich 16 Prozent der Befragten an.

Wo sehen Menschen in Deutschland die Ursachen für finanzielle Probleme?

Den Spitzenplatz bei der Kritik teilen sich die Steuerbelastungen und Stromkosten. Beide Positionen empfinden jeweils 60 Prozent der Befragten als zu hoch. Auf dem zweiten Rang der als zu hoch empfundenen Belastungen landen Kraftstoffkosten und Sozialabgaben mit jeweils 56 Prozent. Die Mieten und Kaufpreise für Immobilien sowie die Kosten für ÖPNV-Tickets werden von jeweils 50 Prozent als zu hoch eingestuft. Besonders gering sind die Kritiken mit 19 Prozent bei den Kosten der Kinderbetreuung und 28 Prozent bei den Preisen für Schuhe und Kleidung. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede bei den Altersgruppen. Die Sozialabgaben empfinden 44 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren zu hoch, während das bei den Befragten ab 50 Jahren rund 60 Prozent angeben. Ähnlich unterschiedlich fällt auch die Bewertung der Kraftstoffkosten aus. Die größten regionalen Unterschiede gibt es bei der Einschätzung der Belastung durch die Wohnkosten. Dabei schneiden Berlin sowie Hamburg am schlechtesten und Sachsen sowie Sachsen-Anhalt am besten ab.

Auf was würden die Befragten bei Geldnot am ehesten verzichten?

Dort zeigt sich in einigen Dingen ein positives Bild. Bei den Befragungen zum Liquiditätsbarometer 2020 gaben noch 18 Prozent der Probandinnen und Probanden an, notfalls auf Versicherungen zu verzichten. Dieser Anteil hat sich im laufenden Jahr auf 10 Prozent verringert. Ähnlich entwickelt sich auch die Einstellung zu Investitionen in die Bildung. 2020 hätten dort noch 18 Prozent gespart, für 2021 gaben das nur noch 13 Prozent an. An der Spitze liegen im aktuellen Jahr mit 55 Prozent Einsparungen bei den Ausgaben für Kleidung und Schuhe. Auf Urlaubsreisen würden aktuell 47 Prozent der Befragten bei finanziellen Engpässen verzichten. Den dritten Rang teilen sich mit jeweils 40 Prozent Einsparungen im Bereich Freizeit, Kultur und Sport sowie Ausgaben für die Nutzung kostenpflichtiger Streaming-Dienste.

Quelle: Liquiditätsbarometer 2021 TeamBank AG