Klimaschutz: Ab 2020 Ökosteuer auf Flugtickets in Frankreich

Frankreich will im Verkehrssektor kräftig in den Klimaschutz investieren. Die dafür notwendigen Gelder sollen unter anderem aus einer Ökosteuer auf Flugtickets kommen.

Die Ökosteuer auf Flugtickets in Frankreich hat noch einen anderen Hintergrund. Die französische Regierung will damit die Ungleichbehandlung der Autofahrer und Flugpassagiere aus der Welt schaffen. Auf Benzin und Diesel müssen die Kunden der französischen Tankstellen einen hohen Steueranteil entrichten. Kerosin hat ähnlich negative Auswirkung auf das Klima, aber trotzdem werden die Fluggesellschaften beim Kerosineinkauf nicht mit solch hohen Steuern belastet.

Welche Zusatzkosten kommen durch die Ökosteuer auf Flugtickets?

Wie hoch die Ökosteuer auf Flugtickets in Frankreich ausfällt, hängt von der Länge des jeweiligen Fluges ab. Für Inlandsflüge in der Economy Class wird ein Aufschlag von 1,50 Euro erhoben. Das gilt genauso für Flugziele innerhalb der Europäischen Union. Wer von Frankreich aus in ein Land fliegen möchte, das nicht zur EU gehört, muss einen Aufschlag von 3,00 Euro in der Economy Class planen. In der gehobenen Business Class fällt die Ökosteuer deutlich höher aus. Für Inlandsflüge und Flüge innerhalb der EU beträgt der Aufschlag 9,00 Euro. Die Tickets für Flüge in der Business Class in Nicht-EU-Länder verteuern sich durch die Ökosteuer um 18,00 Euro. Die gute Nachricht für die Fluggäste ist, dass Anschlussflüge bei der Berechnung der Ökosteuer nicht einbezogen werden. Auch Inlandsflüge von und nach Korsika fallen nicht unter den Geltungsbereich der Ökosteuer auf Flugtickets. Allerdings ist es wissenswert, dass der neue Aufschlag nicht nur für französische Airlines gilt, sondern ihn alle Fluggesellschaften erheben müsse, die von Frankreich aus starten.

Wofür werden die Einnahmen aus der Ökosteuer auf Flugtickets verwendet?

Frankreich will in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro in den Ausbau umwelt- und klimafreundlicher Verkehrsinfrastrukturen investieren. Allein das Haushaltsbudget für 2020 sieht dafür Ausgaben in Höhe von rund drei Milliarden Euro vor. Mit knapp 2,7 Milliarden und fast 2,6 Milliarden Euro stehen diese Posten auch bereits für die Jahre 2021 und 2022 fest. Der Hauptanteil der Investitionen zielt auf eine Verbesserung der Schienentransporte ab. Die Refinanzierung soll teilweise auch aus den Einnahmen aus der Verbrauchssteuer auf Energieerzeugnisse erfolgen. Nach den bisherigen Hochrechnungen des französischen Umweltministeriums trägt die Ökosteuer auf Flugtickets ab 2020 pro Jahr rund 180 Millionen Euro bei.

Quelle: gouv.fr