Interessante Modellrechnung zum Baukindergeld

Das auf Immobilien spezialisierte Forschungsinstitut empirica und LBS Research haben eine gemeinsame Studie durchgeführt. Dort wurde geprüft, wie viele Familien durch das Baukindergeld erstmals Wohneigentum erwerben könnten.

Allerdings könnte die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt auch dazu führen, dass das Baukindergeld zu einer „Bleibeprämie“ für ländliche Regionen wird, weil sich viele Familien Eigenheime und Eigentumswohnungen aufgrund der hohen Preise trotz der staatlichen Zuschüsse in den größeren Städten nicht leisten können.

Welche konkreten Resultate brachte die Studie zum Baukindergeld?

Um von einer Bank eine Finanzierung für den Kauf von Wohneigentum zu bekommen, brauchen Familien derzeit einen Eigenkapitalanteil, der 25 Prozent der Kaufpreise oder Baukosten samt aller Nebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notarkosten etc.) abdeckt. Außerdem dürfen die Kreditraten einen Anteil von 35 Prozent am gesamten Familieneinkommen dauerhaft nicht unterschreiten. Das könnten ohne Baukindergeld rund 181.000 Familien leisten. Durch den staatlichen Zuschuss für den Erwerb von Wohneigentum kommen bundesweit rund 58.000 Familien hinzu, von denen erstmals diese Bedingungen erfüllt werden können. Der Grund dafür ist, dass das Baukindergeld zum Eigenkapital gerechnet wird.

Allerdings weist die Verteilung der Familien, welche durch das Baukindergeld erstmals Wohneigentum erwerben könnten, zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede auf. Das mit Abstand größte Potential ergibt sich in Nordrhein-Westfalen, denn dort könnten nach den Resultaten der Studie rund 12.400 Familien profitieren. Sachsen landet mit 8.400 Familien auf dem zweiten und Sachsen-Anhalt mit 6.300 Familien auf dem dritten Rang. In Berlin würde das Baukindergeld lediglich 900 Familien dabei helfen, erstmals die Voraussetzungen für die Gewährung eines Kredits für den Erwerb von Wohneigentum zu erfüllen.

Welche Risiken sieht empirica beim Baukindergeld?

Ein Problem ist die Tatsache, dass in den Großstädten die Kaufpreise so hoch sind, dass diese Standorte kaum in Frage kommen. Die Experten von empirica gehen davon aus, dass sich dort deshalb nur ein rechnerisches Zusatzpotential von etwa 15 Prozent ergibt, während es bundesweit bei rund 32 Prozent liegt. Möchten Familien das Baukindergeld nutzen, werden sie sich deshalb bevorzugt in ländlichen Regionen mit günstigen Immobilienpreisen niederlassen. Die Familien müssen jedoch genau auf die Standortwahl achten und dabei berücksichtigen, dass vielerorts sowohl Arbeitsplätze als auch familientaugliche Infrastrukturen vollständig fehlen.

Quelle: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen