Halbjahresrekord für Ökostrom-Erzeugung

Dass erneuerbare Energien zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist wohl Jedermann klar. Mittlerweile haben sie auch einen echten Anteil an der gesamten Stromversorgung Deutschlands. Binnen sechs Monaten konnten in diesem Jahr erstmals 104 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Solar, Biomasse, Wind und Wasserkraft erzeugt werden.

Damit hat die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahlen gehen aus Berechnungen des Energiekonzerns E.on hervor und zeigen einen Zuwachs von etwa neun Prozent an.

Wieviel Ökostrom kommt woher?

Bei dem gesamten in Deutschland erzeugten Ökostrom stammt über die Hälfte (55 Milliarden Kilowattstunden) aus Windkraftanlagen an Land und auf See. Damit konnten sie ihre Stromerzeugung um satte sieben Milliarden Kilowattstunden im Vergleich zum Vorjahr steigern. Ein leichter Anstieg im Vorjahresvergleich war auch bei den Solaranlagen zu beobachten, die 21 Milliarden Kilowattstunden produzierten.

Ebenfalls ergab sich ein leichtes Plus bei Wasserkraftanlagen. Mit acht Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugten sie eine Milliarde mehr als noch im Vorjahr. Die Ökostrom-Erzeugung aus Biomasse blieb mit 20 Milliarden Kilowattstunden dagegen auf demselben Niveau wie im Vorjahr.

Nicht berücksichtigt wurde allerdings die Stromerzeugung aus privaten Photovoltaikanlagen, da dieser häufig privat verbraucht und erst gar nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird. Insgesamt hat der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch 2017 bei 36 Prozent gelegen. Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit.

Ökostrom deckt Jahresbedarf

Wie Energiekonzern Eon angibt, würde die im ersten Halbjahr erzeugte Menge Ökostrom ausreichen, um alle deutschen Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, wenn man von einem Stromverbrauch von 2.500 Kilowattstunden pro Jahr ausgeht. Binnen gerade einmal drei Jahren ist die Ökostrom-Erzeugung in Deutschland um ein Drittel gestiegen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass „die Erneuerbaren für unsere Energieversorgung immer wichtiger werden“, so Victoria Ossadnik von Eon Energie Deutschland.

Am wurde mit 1,1 Milliarden Kilowattstunden die höchste Einspeisung erneuerbarer Energien ins öffentliche Stromnetz erreicht, teilte die Bundesnetzagentur mit. Das war der Tag, an dem Sturmtief Burglind über Deutschland hinweg zog. Damals deckten die erneuerbaren Energien 71,6 Prozent des gesamtdeutschen Stromverbrauchs ab. 81 Prozent konnten sie sogar am 28. Januar abdecken, allerdings war das auch ein Sonntag.

Quelle: dpa