Hoover-Damm: Neue Mega-Batterie für Solarstrom?

In Kalifornien ist Sonnenschein an der Tagesordnung. Dementsprechend entstehen dort täglich gigantische Mengen an Solarstrom. Mangels ausreichend großer Speichermöglichkeiten müssen nachts aber immer wieder die klassischen Kraftwerke zur Stromerzeugung einspringen. Das könnte sich künftig mit dem Hoover-Damm ändern.

An der US-Westküste stehen unzählige Solaranlagen. Sie decken fast die Hälfte des gesamten Verbrauchs des US-Bundesstaats Kalifornien, wenn die Sonne denn scheint. Allerdings ist das manchmal durchaus zu viel. So musste der US-Radiosender NPR bereits von in den negativen Preisbereich gerutschten Preisen für die Kilowattstunde Strom an Kaliforniens Strom-Spotmärkten berichten. Die Erzeuger haben also so viel Solarstrom, dass sie potenziellen Abnehmern bereits Geld anbieten, damit diese ihnen den Strom überhaupt abnehmen.

Speichermöglichkeiten für Solarstrom händeringend gesucht

Die Regierung forciert den weiteren Ausbau der Solarenergie trotzdem noch. Erst im Mai verabschiedete die kalifornische Regierung einen Plan, bei dem Solaranlagen auf dem Dach beim Bau neuer Häuser verpflichtend sind.

Die große Herausforderung vor diesem Hintergrund ist es, geeignete Speichermöglichkeiten zu suchen und zu finden. Der Energieversorger PG&E zum Beispiel hat dazu bereits mit Druckluftspeichern im Erdreich experimentiert. Überschüssiger Strom presst dafür Luft in die Kavernen im Erdreich. Sobald die so komprimierte Luft wieder entweicht, kann sie etwa Turbinen antreiben. Die Technologie ist jedoch sehr teuer und die Energieverluste fallen ebenfalls recht hoch aus.

Hoover-Damm als Stromspeicher?

Einen anderen Plan verfolgt die Stadtverwaltung von Los Angeles. In der Millionenstadt will das Amt für Wasser und Energie laut einem Bericht der „New York Times“ den weltbekannten Hoover-Damm zum Energiespeicher aufrüsten. Aktuell staut der Hoover-Damm den Colorado-River nahe Las Vegas auf einer stolzen Länge von 170 Kilometer zum Lake Mead auf. Dieser ist damit der größte Stausee in den USA.

Geplant ist es, den Staudamm mit leistungsfähigen Pumpen aufzurüsten. Tagsüber sollen die Pumpen immer dann, wenn viel Strom verfügbar ist, das Wasser eine 200 Meter hohe Staustufe hinauf und damit zurück in den Stausee pumpen. In der Nacht kann das Wasser abgelassen werden, mit dem die Stromgeneratoren des schon vorhandenen Wasserkraftwerks angetrieben werden. Nach diesem Prinzip funktionieren Pumpspeicherwerke auch in Deutschland. Der Wirkungsgrad ist vergleichsweise hoch, die Energieverluste liegen bei „nur“ 20 bis 25 Prozent.

Die „New York Times“ zitiert in ihrem Bericht Forscherin Kelly Sanders von der University of Southern Carolina mit den Worten „Der Hoover-Damm ist ideal“. Schließlich sind bisher bekannte Batteriespeicher-Technologien, wie die Lithium-Ionen-Akkus alleine aufgrund ihrer Kapazitäten oder Lebensdauer nicht mit dem Damm zu vergleichen. Bis 2028 könnte der Umbau, der mit bis zu drei Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen würde, abgeschlossen sein.

Quelle: beb