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Kampf um Böllerverbot in Deutschland geht in die nächste Runde

Fireworks

Wie die Regierung zu einem Böllerverbot steht, zeigt die aktuelle Haltung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gegenüber der DUH.

In einer offiziellen Pressemeldung teilte die Deutsche Umwelthilfe (kurz DUH) Mitte Juni 2026 mit, dass der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sich weigert, im Rahmen der Innenministerkonferenz einen offenen Brief entgegenzunehmen, der ein dauerhaftes Böllerverbot in Deutschland fordert und von mehr als einer Million Personen unterzeichnet wurde. Die Unterschriften wurden in einer gemeinsamen Aktion der DUH und des Bündnisses #böllerciao gesammelt. Das Ziel dieses offenen Briefes ist es, die Anwendung von Pyrotechnik aller Art durch Privatpersonen zu stoppen. Auch der Verkauf an Privatpersonen soll nach Meinung der Unterzeichner nicht mehr erlaubt sein. Ob der Minister mit seiner Verweigerungshaltung Erfolg haben wird, ist eine Frage der Zeit. Aktuell fehlen noch knapp 430.000 Unterschriften, um den offenen Brief als Petition einreichen zu können.

Pyrotechnik für die Privatanwendung ist ein Wirtschaftsfaktor

Das ist genauso ein Fakt wie die von der DUH und dem Bündnis #böllerciao vorgebrachten Argumente des Umwelt- und Naturschutzes, der von Böllern ausgehenden Luftverschmutzungen und den psychischen Belastungen bei Tieren und Menschen, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland geflüchtet sind. Hinzu kommen erhöhte Belastungen der Rettungskräfte und Feuerwehren sowie der Notaufnahmen in den Krankenhäusern in der Silvesternacht sowie die Forderungen, die im Anschluss aufgrund von Verletzungen auf Unfallversicherer, Krankenversicherungen und Sachversicherer sowie die Arbeitgeber (Lohnfortzahlungen) zukommen.
Aber die Pyrotechnik für Privatanwender bringt dem Staat auch jede Menge Geld ein. Vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen wurde in Deutschland beim Verkauf von Feuerwerkskörpern zwischen 122 und 137 Millionen Euro pro Jahr verzeichnet. Nach der Aufhebung der Corona-bedingten Beschränkungen im Jahr 2022 stieg der Jahresumsatz zuerst auf 180 Millionen Euro und im Jahr 2024 sogar auf 197 Millionen Euro. Das heißt, im Jahr 2024 flossen mehr als 30 Millionen Euro über den Mehrwertsteueranteil in die Staatskasse.

Es gibt Alternativen zum klassischen Feuerwerk

In vielen Ländern der Welt ist das privat gezündete Feuerwerk bereits verboten. Dazu gehören beispielsweise große Teile der USA sowie Australien, Österreich und die Schweiz. Verwunderlich ist das nicht, denn als umweltfreundliche Alternative stehen Shows mit elektrisch angetriebenen Drohnen zur Verfügung. Wie imposant sie ausfallen können, belegt ein Blick nach China und Japan. Praktischerweise können die Akkus dieser Drohnen mit „grünem“ Strom aufgeladen werden.
Ein harter Gegner eines dauerhaften Verbots der Böllerei in Deutschland ist der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e. V. (kurz bvpk), der im Jahr 2007 gegründet wurde. Er will (verständlicherweise) die Arbeitsplätze seiner Mitglieder schützen und forderte bereits im Jahr 2021 die Anerkennung von Feuerwerk als „wertvolles und schützenswertes Kulturgut“. Das würde bedeuten, dass aufgrund der Regelungen im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kein vollständiges Verbot möglich wäre.

Quelle: DUH, #böllerciao, bvpk, Verband der pyrotechnischen Industrie

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