Filmfestival Cannes 2018: Macher setzen auf Prävention

Das Bekanntwerden zahlreicher sexueller Übergriffe in der Film- und Fernsehbranche beschäftigt auch die Organisatoren des Filmfestival Cannes 2018. Sie haben sich dazu entschlossen, der Prävention einen großen Stellenwert beizumessen. Eigens dafür erhielten die Teilnehmer nun Flugblätter mit Informationen.

In dem Flugblatt wird in französischer Sprache wörtlich „um gutes Benehmen“ beim Filmfestival Cannes gebeten. Gleichzeitig fordern die Urheber die Teilnehmer dazu auf, Zivilcourage zu beweisen und Belästigungen zu stoppen, falls sie Kenntnis davon erlangen. Außerdem weist das Flugblatt auf eine spezielle Hotline hin, an welche sich Betroffene während der Festivaltage wenden können.

Das Motto beim Filmfestival Cannes lautet #NeRienLaisserPasser

Die wörtliche Übersetzung des Mottos #NeRienLaisserPasser lautet, nichts zu verpassen. Allerdings bezieht es sich in dem Fall nicht auf die eigentlichen Inhalte des diesjährigen Filmfestivals. Vielmehr werden die Teilnehmer damit dazu aufgefordert, die Augen offen zu halten, damit es erst gar nicht zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen kommt. Damit tragen sie auch den Bewegungen Rechnung, die unter #MeToo, ‚#TimesUp und #BalanceTonPork gestartet wurden. In diesem Rahmen hatten sich viele Betroffene getraut, von ihren Erfahrungen zu berichten, und damit eine heftige Diskussion um die Machenschaften hinter den Kulissen ausgelöst. Insider gehen aktuell davon aus, dass diese Thematik auch bei der Pressekonferenz von Thierry Frémaux vor dem Start des Filmfestival Cannes 2018 eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Macher in Cannes sind nicht die Ersten, die Konsequenzen ziehen

Dass es Maßnahmen der Prävention beim Filmfestival Cannes 2018 geben würde, hatte der Chef des Origanisatoren, Therry Frémaux, bereits in einem Pressestatement im April angekündigt. Allerdings verwies er darauf, dass die Sicherheitsmaßnahmen kein Ersatz für eine Verfolgung der Täter durch die Polizei und das Justizsystem sein können. Deshalb ist auch die diesjährige Hotline für Opfer von sexuellen Übergriffen ein Gemeinschaftsprojekt der Cannes-Organisatoren und der französischen Regierung. Eine Überarbeitung des für die Teilnehmer des Filmfestival Cannes geltenden Verhaltenskodexes ist nicht erfolgt. In dieser Hinsicht waren und sind die Organisatoren anderer Großevents wesentlich strenger. Das beweist ein Blick auf die Änderungen, die beispielsweise im Verhaltenskodex der CinemaCon vorgenommen wurden.

Quelle: Flugblatt Cannes 2018