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„Einpacken und Mitnehmen“ – Kampagne soll für saubere Straßen sorgen

Eigentlich klingt es sehr simpel: Wer auf der Straße oder dem Gehweg Hundekot oder Unrat findet, soll ihn einpacken, mitnehmen und in den nächsten Papierkorb werfen. So würde jeder einzelne Passant dafür sorgen, dass die Straßen und Gehwege sauber bleiben. Die Idee zur Kampagne „Einpacken und Mitnehmen“ stammt von den Schülern einer Grundschulklasse aus Schweinfurt und soll ihrer Meinung nach auch auf den öffentlichen Spielplätzen künftig für Ordnung sorgen.

Infrastrukturen für „Einpacken und Mitnehmen“ sind bereits vorhanden

Natürlich sollte man Unrat und Hundekot nicht mit der bloßen Hand anfassen. Das ist auch gar nicht nötig, denn in vielen Städten gibt es bereits Spender, an denen kostenlos Beutel für Hundekot gezogen werden können. Die bayerische Landeshauptstadt München hat beispielsweise schon 800 dieser Spender installiert. In Nürnberg können sich Hundehalter an rund hundert Beutespendern bedienen. Wie notwendig das ist, zeigt ein Blick auf die von der Stadtverwaltung offiziell bestätigten Zahlen. Pro Tag werden allein in Nürnberg fünf Tonnen Hundekot hinterlassen. Pro Jahr sind das mehr als 1.800 Tonnen. Doch viele Hundebesizer halten sich nicht an das Gebot, den Kot ihrer Hunde zu beseitigen. Deshalb wurden in vielen Stadtordnungen Bußgelder integriert. In Berlin müssen nachlässige Hundebesitzer ein Bußgeld von 35 Euro berappen. Anderenorts werden sogar bis zu 50 Euro Bußgeld fällig.

Schweinfurter Grundschüler gehen noch einen Schritt weiter

Den Kids aus Schweinfurt ist es ein Dorn im Auge, dass vielen Hundehaltern sogar die Bußgelder völlig egal zu sein scheinen. Außerdem bringen sie das Argument, dass viele Hundehalter gar nicht die Chance haben, den Kot ihrer Hunde einzusammeln und zu entsorgen. Sie beziehen sich dabei auf Menschen, die sich nicht mehr bücken können. Doch blinde Menschen mit einem Führhund haben ebenfalls aus logisch nachvollziehbaren Gründen keine Chance, die Hinterlassenschaften ihrer Führhunde zu beseitigen.

Die Schüler tüfteln deshalb an einer Lösung. Sie möchten dem Problem mit einem Reinigungsroboter namens „Schweini-Robo“ und einer App zu Leibe rücken. Die App fürs Smartphone soll den Ort markieren, an dem der Kot hinterlassen wurde, und die Lage dem Steuersystem der Reinigungsroboter mitteilen. Das Projekt wird von der Wissenswertstatt Schweinfurt betreut. Noch ist allerdings keine Serienreife erreicht.

Quelle: Focus