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Der Waschbär wird auch in Deutschland zum Problem

In Deutschland werden bei der Gattung Waschbär massiv wachsende Populationen verzeichnet. Das Tier ist possierlich anzuschauen, kann aber auch erhebliche Schäden anrichten. Nicht immer tritt dafür die Versicherung ein.

Noch hat der Waschbär die städtischen Regionen nicht in dem Maße erobert, wie das im Norden der USA und in Kanada der Fall ist. Doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein, denn die Zahl der Waschbären in Deutschland steigt rasant. Das bekommen inzwischen auch die Versicherungen zu spüren.

Wie viele Waschbären gibt es in Deutschland?

Die stark sich der Waschbär in der Bundesrepublik bereits verbreitet hat, lässt sich nur anhand der von den Jagdverbänden gemeldeten Zahlen abschätzen. Sie weisen regional erhebliche Unterschiede auf. Nach dem Hessischen Landesjagdverband fielen den Jägern in der Jagdsaison 2016/2017 rund 28.000 Waschbären zum Opfer. Aus Brandenburg wurden zeitgleich 26.000 und aus Sachsen-Anhalt rund 23.000 erlegte Waschbären gemeldet. Bundesweit soll es nach inoffiziellen Hochrechnungen inzwischen mehr als eine halbe Million dieser possierlichen Kleinbären geben. Sie gelten als sehr schlau und richten mittlerweile vielerorts Schäden an Gebäuden an. Während sie in Nordamerika bevorzugt Mülltonnen plündern und sich in den Hohlräumen unter den Holzhäusern einnisten, machen sie es sich in Deutschland vor allem in den Dachböden gemütlich und zerstören dort aus reinem Spieltrieb die Elemente der thermischen Isolierung.

Warum können Waschbär-Schäden bei der Versicherung Probleme machen?

Ein Knackpunkt sind hier die Kasko-Versicherungen. Bei der Regulierung von Wildunfällen verweisen viele Versicherungsgesellschaften in ihren Policen auf die Tierarten, die im Paragrafen 2 des Bundesjagdgesetzes aufgelistet werden. Dort hat der Waschbär noch keinen Eingang als heimische Tierart gefunden. Die Konsequenz ist, dass Schäden, welche durch Wildunfälle mit Waschbären entstehen, von den KFZ-Versicherungen nicht übernommen werden müssen. Ähnlich ist die Situation bei der Gebäudeversicherung. Dort sind Schäden durch Haarwild ebenfalls nicht als Versicherungsleistung vorgesehen. Dabei können sie durchaus immense Höhen annehmen. Hier sind Versicherungsnehmer und Versicherer mit einer Anpassung der Policen gefragt. Momentan haben Hausbesitzer in Stadtrandlagen und in ländlichen Regionen lediglich die Chance, von einem Experten einen zuverlässigen Waschbärschutz an ihren Gebäuden anbringen zu lassen. Dabei muss beachtet werden, dass Waschbären erstaunliche Kletterfähigkeiten haben.

Quelle: Bundesjagdgesetz, AGB diverser Versicherer, Landesjagdverbände