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Coronakrise hat das Müllaufkommen in Privathaushalten gesteigert

Full trash cans with rubbish bags

Vor allem das Müllaufkommen in privaten Haushalten in Deutschland wies im ersten Jahr der Coronakrise einen negativen Trend auf.

Das Pro-Kopf-Aufkommen von Verpackungsmüll stieg im Jahr 2020 im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 bundesweit um reichlich 8 Prozent. Pro Kopf fielen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2020 rund 78 Kilogramm Verpackungsmüll an. Die Vermutung, dass es sich dabei zumindest in Teilen als Folge der Lockdowns um eine Verlagerung des Müllaufkommens von den Unternehmen in den privaten Bereich handelt, ist falsch. Die Gesamtmenge des in Papiercontainern, Glascontainern sowie gelben Säcken und Tonnen eingesammelten Verpackungsmülls stieg 2020 im Vergleich mit dem Vorjahr um 9,3 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Tonnen.

Signifikante Differenzen bei den einzelnen Arten von Verpackungsmüll

Den größten Zuwachs gab es mit 3 Kilogramm bei Kartonagen und Papier. Der Schnitt lag 2020 bei 20 Kilogramm pro Kopf. Dort wirkte sich vor allem die zeitweise Komplettschließung des stationären Handels mit Ausnahme der Waren des täglichen Bedarfs aus. Durch das daraus resultierende Umschwenken auf den Kauf bei Onlineshops stieg der Anteil der Versandkartonagen überdurchschnittlich stark. Außerdem stieg der Anteil der Glasverpackungen. Sie machten 2020 immerhin bundesweit im Schnitt 25 Kilogramm pro Kopf aus. Das anfallende Pro-Kopf-Volumen bei Leichtverpackungen (Verbundmaterialien, Metalle, Kunststoffe) blieb dagegen im Vergleich der Jahre 2019 und 2020 unverändert.

Aufkommen beim Verpackungsmüll zeigt deutliche regionale Unterschiede

Negativer Spitzenreiner beim Verpackungsmüll pro Kopf und Jahr war 2020 Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 94 Kilogramm. Den zweiten Negativrang teilten sich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit einem Durchschnitt von je 91 Kilogramm. Brandburg brachte es mit einer Menge von 89 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf den vierten Negativrang. Auch das Saarland, Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg lagen über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Die Stadtstaaten schnitten vergleichsweise gut ab. Das niedrigste Verpackungsmüllaufkommen in privaten Haushalten hatten Berlin mit 52 Kilogramm sowie Hamburg mit 60 Kilogramm und Bremen mit 67 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Bei Recyclingquote gibt es Verbesserungspotential

Nach den offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts konnten 79 Prozent der in Glascontainern, Papiertonnen und gelben Tonnen eingesammelten Verpackungsabfälle der stofflichen Weiterverwertung zugeführt werden. Das machte 2020 ein Gesamtvolumen von 5,1 Millionen Tonnen aus. Weitere 12 Prozent alle getrennt gesammelten Verpackungsabfälle konnten zumindest energetisch verwertet werden. Sie dienten hauptsächlich der Wärmegewinnung. Die verbleibende Differenz zur Gesamtmenge geht einerseits zu Lasten der Tatsache, dass noch nicht alle Müllverbrennungsanlagen in Deutschland über Systeme der Abwärmenutzung verfügen. Eine weitere (sehr geringe) Differenz fließt in die Statistik nicht ein. Dabei handelt es beispielsweise um Sortierverluste und noch nicht erfasste Lagermengen an Sortier- und Verteilanlagen.

Quelle: Statistisches Bundesamt