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Elche und Wisente erobern ihren Lebensraum in Deutschland zurück

European Bison (Wisent) in the forest. Wisent. Bison bonasus

Mittlerweile steigen die Chancen, in Deutschland Wisente und Elche in freier Natur bewundern zu können. Möglich macht das ein grenzübergreifendes Projekt.

Das Förderprojekt zur Wiederansiedelung der Elche und Wisente in Deutschland trägt den Namen „ŁośBonasus – Crossing!“. Es wird zu einem großen Teil aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (kurz EFRE) finanziert und vom World Wildlife Fond (WWF) unterstützt. Ziel des Projekts ist es, den Wisenten und Elchen die natürliche Ausbreitung von Polen in den Nordosten Deutschlands zu ermöglichen. Erste Erfolge gibt es schon, denn mit etwas Glück kann man bereits einzelnen Exemplaren dieser großen Pflanzenfresser begegnen.

Ein Problem ist die Akzeptanz der Wisente und Elche in Deutschland

In letzten Drittel des 18. Jahrhunderts waren in Deutschland alle Wisente ausgerottet. Es sollte fast zwei Jahrhunderte dauern, bis durch Zucht- und Auswilderungsprogramme die ersten Wisente wieder in freier Natur beobachtet werden konnten. Dabei handelt es sich um eine kleine Herde im Rothaargebirge. 2017 wurde ein einzelner Wisent in Brandenburg gesichtet. Er stammte aus einer polnischen Population und wurde zeitnah nach seiner Einwanderung erlegt. Die Menschen sind die Konfrontation mit diesen Tieren also nicht mehr gewöhnt.
Der Wisent sorgt allein schon durch seine Körpergröße (Schulterhöhe bis knapp 2 Meter) und das Gewicht der männlichen Tiere von bis zu einer Tonne sowie den Futterbedarf von bis zu 45 Kilogramm pro Tag für Vorbehalte. Eine ähnliche Problematik besteht auch mit Blick auf die bis zu 500 Kilogramm schweren Elche. Deshalb lautet eine der Empfehlungen des Projekts „ŁośBonasus – Crossing!“ darauf, drohende Konfliktpotenziale frühzeitig zu erkennen und mit einer optimierten Informationspolitik zu bekämpfen. Dazu trägt der WWF mit einer mobilen Ausstellung bei und stellt beispielsweise Informationen zum optimalen Verhalten bei Begegnungen zwischen Menschen sowie Elchen und Wisenten in freier Natur zur Verfügung.

Welche Maßnahmen sollen die Einwanderung von Elchen und Wisenten begleiten?

Neben der transparenten Kommunikation zur Entwicklung der Sichtungen und der sich daraus ergebenden Konflikte und Gefahren werden in dem gemeinsamen Aktionsplan weitere Maßnahmen gefordert. Dazu gehört beispielsweise auch eine gezielte Steuerung der Größen der sich etablierenden Populationen abhängig von der Verträglichkeit für die einzelnen Lebensräume. Dabei sollen und müssen auch die Interessen der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigt werden. Dafür fordern die Macher/-innen des Projekts „ŁośBonasus – Crossing!“ auch ein unbürokratisches und schnelles Schadensfallmanagement. Zudem soll die Gesundheit der eingewanderten Elche und Wisente überwacht und mit einer optimierten Seuchenprävention begleitet werden. Zudem besteht das Ziel, die lokale Ansiedelung der Tiere mit einer Fütterung oder Vergrämung zu steuern. Eigens dafür wird ein spezielles Meldesystem eingerichtet, mit dem auch Bürger/-innen Sichtungen dieser Tierarten melden können. Außerdem ist die Entwicklung einer Info- und Melde-App für Smartphones geplant.

Quelle: WWF