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Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Jährlich erleiden gut 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Da bleiben auch Stars und Sternchen nicht verschont, wie Axel Schulz, Gaby Köster oder Heinz Schenk, der kurz vor seinem Tod einen Schlaganfall erlitten hat. Durch schnelles Handeln können jedoch viele Betroffene vor der anschließenden Pflegebedürftigkeit bewahrt werden. Die Symptome des Schlaganfalls sind nämlich gut zu erkennen.

Am heutigen 10. Mai ist wieder der Aktionstag gegen den Schlaganfall, der schon seit 1999 von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe ausgerufen wird. Ziel dieses Aktionstages ist es, mit dem roten Doppeldecker der Schlaganfall-Hilfe über die Symptome des Schlaganfalls und die richtigen Maßnahmen aufzuklären. Gerade die Symptome sind gut zu erkennen, doch in der Praxis verhalten sich viele Menschen falsch. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat nun sogar eine eigene App herausgegeben, so dass man sich die wichtigsten Infos über den Schlaganfall direkt auf seine mobilen Endgeräte holen kann.

Der FAST-Test beim Schlaganfall

Unter anderem ist darin die Rede vom FAST-Test. Das Kürzel FAST steht dabei für folgende  Dinge:

  • F = Face – Können Betroffene noch beidseitig lächeln, ist alles in Ordnung. Bleibt ein Mundwinkel schlapp, kann das ein Symptom für einen Schlaganfall sein.
  • A = Arms – Betroffene sollten hier die beiden Arme gleichzeitig nach vorne heben. Sobald sich ein Arm verdreht oder absinkt, kann dies ebenfalls ein Indiz für den Schlaganfall sein.
  • S = Speech – Betroffene sollten hier einen vorgesagten Satz nachsprechen. Ist die Sprache undeutlich oder kommt es zu Fehlern, kann auch das ein Hinweis auf den Schlaganfall sein.
  • T = Time – Sobald eine der genannten Aufgaben von Betroffenen nicht mehr korrekt ausgeführt werden kann, besteht der Verdacht auf den Schlaganfall. Der Rettungsdienst ist unter der 112 unverzüglich zu informieren, damit er schnell Hilfe leisten und so den Betroffenen oft vor der Pflegebedürftigkeit retten kann.

Risikofaktoren für den Schlaganfall

Es gibt natürlich auch bestimmte Risikofaktoren für den Schlaganfall, die in zwei große Gruppen unterschieden werden können:

  1. Risikofaktoren, die sich beeinflussen lassen
  2. Risikofaktoren, die sich nicht beeinflussen lassen

Risikofaktoren, die sich beeinflussen lassen, entstehen häufig durch einen ungesunden Lebensstil. Typische Faktoren dafür sind:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Vorhofflimmern
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Alkohol und
  • falsche Ernährung bei Übergewicht.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen das Alter und die genetische Veranlagung. Man geht zwar von einem steigenden Schlaganfall-Risiko mit zunehmendem Alter aus, doch auch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Etwa 50 Prozent der Schlaganfälle treten in der Altersgruppe ab 75 Jahren auf. Doch 15 Prozent der Schlaganfall-Opfer sind laut Deutscher Schlaganfall-Hilfe unter 45 Jahre alt.

Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko einhergehen. Sobald in der Familie bereits einmal ein Schlaganfall aufgetreten ist, sollte man sich daher grundlegenden vorbeugenden Untersuchungen unterziehen. Dies gilt insbesondere, wenn bereits eine der oben genannten Erkrankungen besteht oder es zu Störungen bei der Blutgerinnung kommt oder kam.

Die Risikofaktoren haben alle eines gemeinsam: Sie können die Entstehung der Arteriosklerose begünstigen. Dabei lagern sich verschiedene Stoffe an den Innenseiten der Blutgefäße ab. Die Gefäßwand ist normalerweise elastisch, kann durch die Ablagerungen jedoch statt werden. Ebenso wird sie rau, wobei sie normalerweise sehr glatt ist. Diese rauen Stellen wiederum begünstigen nun weitere Ablagerungen und das Gefäß verengt sich zunehmend. Dadurch können auch Bestandteile aus dem Blut hängen bleiben und verklumpen. Aus ihnen wiederum entstehen Blutgerinnsel, die sich lösen und in die Hirnarterien geschwemmt werden können, wo sie diese verschließen.

So viel Zeit bleibt beim Schlaganfall

Doch wie viel Zeit bleibt bei einem Schlaganfall eigentlich? Grundsätzlich gilt, dass jede Minute, die der Schlaganfall-Patient früher in die Klinik kommt, entscheidend sein kann. Bereits in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall werden die Ausmaße der Zellschädigungen im Gehirn bestimmt. Einige Therapieverfahren sind zudem nur bis maximal 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall durchführbar. Somit kann jede Minute über die spätere Lebensqualität des Patienten entscheiden, so dass Schnelligkeit zählt.

Beim Schlaganfall am besten direkt zur Stroke Unit

Wer sich um einen Schlaganfall-Patienten kümmert, sollte sich direkt auf den Weg zur Stroke Unit machen. Diese Stationen sind auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert. Sie haben alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, die mehr Lebensqualität bringen können. Und zu guter Letzt gilt: Es ist besser, einmal zu oft, als einmal zu wenig anzurufen. Auch der Rettungsdienst kann mit einem Fehlalarm leben.