Schlaganfall: Frauen mit Diabetes häufiger betroffen

Dass Diabetes mellitus eine ernst zu nehmende Krankheit ist, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein. Dass sie auch dem Herzen schadet, haben ebenfalls zahlreiche Kohortenstudien bewiesen. Ob dies ebenfalls auf den Schlaganfall zutrifft, wollten jetzt Wissenschaftler um Sanne Peters aus Utrecht herausfinden. Dafür haben sie eine große Metaanalyse durchgeführt. Alle seit 1966 aufgelegten Kohortenstudien wurden dazu ausgewertet.

64 Studien rund um Schlaganfall und Diabetes ausgewertet

Insgesamt haben die Wissenschaftler 64 Studien gefunden, die geschlechtsspezifische Angaben enthielten – und zwar sowohl zur Häufigkeit von Diabetes Typ I und II, als auch zur Häufigkeit von Schlaganfällen. Dabei wurden die ischämischen und die hämorrhagischen Schlaganfälle gleichermaßen berücksichtigt. Die Studien lieferten Daten von mehr als 750.000 Menschen. Insgesamt wurden dabei 12.500 neue Schlaganfälle registriert.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind eindeutig: Frauen haben demnach ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Ebenfalls stieg das Risiko für einen Schlaganfall deutlich an. Vergleicht man die Schlaganfallinzidenz von Frauen mit und ohne Diabetes, ergibt sich ein um den Faktor 2,3 erhöhter Wert bei Diabetikerinnen. Bei den Männern lag der Faktor bei 1,8. Demnach ist das Risiko für Diabetikerinnen einen Schlaganfall zu erleiden um 32 Prozent höher, als bei Männern mit Diabetes.

Berücksichtigt wurden bei den Auswertungen auch Risikofaktoren, wie etwa

  • Hypertonie,
  • Alter,
  • Hüftumfang,
  • Cholesterinwerte und der
  • BMI.

Diese Risikofaktoren waren bei den Frauen ebenfalls etwas ausgeprägter als bei den Männern.

Wie kommt es zu diesen geschlechtsspezifischen Unterschieden für das Schlaganfallrisiko?

Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind nur schwerlich zu erklären. Selbst wenn vaskuläre Risikofaktoren, wie das Rauchen und andere Herzerkrankungen mit adjustiert werden, ist das Risiko bei Frauen immer noch um 27 Prozent erhöht.

Man könnte nun davon ausgehen, dass Diabetikerinnen aus den älteren Studien noch nicht so gut zerebroprotektiv und antidiabetisch behandelt wurden, also weniger Blutdruck- und Lipidsenker bekamen als Männer. Doch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ergaben sich in alten und neuen Studien gleichermaßen. Selbst bei denjenigen untersuchten Studien, die die gleiche Behandlung von Männern und Frauen vorsahen, blieb das Risiko für Frauen erhöht. Es scheint also so, als müssten Diabetikerinnen generell und unabhängig von anderen Faktoren mit einem erhöhten Risiko für den Schlaganfall rechnen.

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