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2020 durch Corona Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig

Statistic Graphs

Nach den Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft ist die Zahl der Wohnungseinbrüche 2020 besonders stark zurückgegangen.

Schon seit 2015 sinkt die Zahl der in Deutschland gemeldeten Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft teilte gerade eben mit, dass 2020 die niedrigste Zahl von Wohnungseinbrüchen in den letzten beiden Jahrzehnten reguliert werden musste. Insgesamt stellten die Versicherten rund 85.000 Anträge auf Versicherungsleistungen nach Einbruchsdelikten. Im Jahr 2019 waren es noch rund 95.000 Schadensmeldungen gewesen. Diese Zahlen decken sich mit den Angaben der Polizeistatistiken.

Weitere interessante Zahlen rund um Wohnungseinbrüche

Der mit Abstand höchste Schaden durch Einbrüche in Wohnobjekte entstand im Jahr 2015 mit einer deutschlandweiten Gesamtsumme von rund 560 Millionen Euro. Danach waren die Schadenssummen kontinuierlich rückläufig und lagen im Jahr 2019 bei 300 Millionen Euro. Für das Jahr 2020 verzeichnete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft einen Gesamtschaden von 230 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist nicht nur der rückläufigen Zahl von Wohnungseinbrüchen zu verdanken. Auch der Regulierungsumfang pro gemeldeten Schadensfall hat sich 2020 im Vergleich mit dem Vorjahr um rund 9,8 Prozent reduziert. Pro Schadensfall lag im vergangenen Jahr die durchschnittlich von den Versicherungen ausgezahlte Leistung bei 2.750 Euro.

Erhebliche Unterschiede in den einzelnen Bundesländern

Fakt ist, dass sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in allen deutschen Bundesländern reduziert hat. Allerdings geschah das in sehr unterschiedlichem Ausmaß. Der größte Rückgang wurde mit 27 Prozent in Schleswig-Holstein verzeichnet. Unter den Top 3 mit positiven Zahlen finden sich außerdem Baden-Württemberg mit einem Rückgang um 26,8 Prozent und Hessen mit 23,7 Prozent weniger Einbrüchen in Eigenheime und Wohnungen. Schlusslicht bei der positiven Entwicklung ist Bayern mit einem Minus von nur 3,7 Prozent. Auf dem zweiten Negativrang findet sich Thüringen. Dort reduzierte sich die Zahl der bei der Polizei gemeldeten Einbrüche lediglich um 4,8 Prozent. Ebenfalls im hinteren Drittel landen Brandenburg (minus 6,3 Prozent), Sachsen (-6,9 Prozent) und das Saarland (-7,4 Prozent).

Welche Gründe benennt der GDV für diese Entwicklung?

Die 2015 einsetzende Trendwende resultiert aus der technischen Aufrüstung der Haus- und Wohnungseigentümer sowie der Mieter. Vor allem ohne Hilfsmittel erreichbare Fenster und Türen werden immer besser abgesichert. Die Sicherheitstechnik sorgt inzwischen dafür, dass jeder zweite Einbrecher sein Ziel nicht erreicht. Im Jahr 2020 wurde ein weiterer Fakt wirksam. Einbrecher greifen hauptsächlich Wohnungen und Häuser an, in denen sich niemand aufhält. Dafür standen letztes Jahr die Chancen deutlich schlechter als in den Vorjahren. Ursachen dafür waren der Wechsel ins Homeoffice, das längerfristige Homeschooling sowie viele Erwerbstätige in Kurzarbeit. Außerdem gab es im Jahr 2020 nicht so viele Objekte, die urlaubsbedingt vorübergehend nicht bewohnt waren. Durch die vielen Menschen daheim hatte auch die nachbarschaftliche Beobachtung bessere Chancen, Einbruchsversuche zu entdecken und die erfolgreiche Ausführung zu verhindern.

Quelle: Polizeistatistik, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft