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15. Oktober 2014 – Das LBT wird offiziell zehn Jahre alt

Das Kürzel LBT steht für „Large Binocular Telescope“. Bei dieser Anlage zur Erforschung der Entstehungsgeschichte von Himmelskörpern handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Italien, Deutschland und die USA beteiligt sind. Eigens dafür wurde in Deutschland mit der LBTB eine spezielle Beteiligungsgesellschaft gegründet, der die Landessternwarte Heidelberg-Königsstuhl, das Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam sowie das Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie, das in Garching ansässige Max-Planck-Institute für extraterrestrische Physik und das in Bonn beheimatete Max-Planck-Institute für Radioastronomie angehören.

Die Kenndaten des „Large Binocular Telescope“

Der Bau des Doppelteleskops kostete insgesamt rund hundert Millionen Euro. Es wurde auf dem Gipfel des Mount Graham im amerikanischen Bundesstaat Arizona errichtet. Dort ergeben sich auf einer Höhe von 3.267 Metern über dem Meeresspiegel besonders gute Bedingungen für die Beobachtung des Weltalls. Die beiden Hauptspiegel des „Large Binocular Telescope“ weisen eine Größe von acht Metern auf. Ihre Besonderheiten bestehen darin, dass sie eine ähnliche Auflösung wie ein 22,8 Meter großer Spiegel bietet. Außerdem erreichen sie eine extrem günstige Strehl-Zahl vom bis zu 0,84. Dazu sollte man wissen, dass hier der ideale Wert 1,0 beträgt. Die vom „Large Binocular Telescope“ gelieferten Aufnahmen können mit zwei speziellen CCD-Kameras mit einer maximalen Auflösung von 36 Millionen Bildpunkten festgehalten werden.

Welche praktischen Vorteile bietet das „Large Binocular Telescope“?

Einen echten Pluspunkt bietet das „Large Binocular Telescope“ durch seine extrem hohe und sehr präzise Lichtausbeute. So könnten beispielsweise noch in der siebenfachen Entfernung des Mondes die Flammen zweier in hundert Meter Distanz aufgestellten Kerzen unterschieden werden. Das würde einer Betrachtungsentfernung von 2,5 Millionen Kilometern entsprechen. Der erste Bereich des Weltraums, der mit dem LBT betracht wurde, war die Galaxie NGC 891, die zur Kategorie der Spiralnebel gehört. Dabei stören normalerweise atmosphärische Turbulenzen. Diese können beim „Large Binocular Telescope“ mit der ARGOS-Technologie Korrigiert. ARGOS arbeitet dabei mit drei grünen Lasern im Frequenzbereich von 532 Nanometern, die für die notwendigen Korrekturen einen künstlichen Leitstern erzeugen.

Das „Large Binocular Telecope“ arbeitet mit modernster Technik

Eine weitere Besonderheit ist die „Nulling-Interferometrie“. Darunter versteht der Fachmann, dass störende Lichtquellen bei der Betrachtung eines weit entfernten Objekts ausgeblendet werden können. Im Weltall sind die Störquellen vor allem die Zentralgestirne der einzelnen Galaxien. Nur so lässt sich zuverlässig erkennen, ob die Zentralgestirne von Planeten umkreist werden. Diesen Effekt bewirkt Technik wie die Interferometric Camera von Linc-Nirvana und der Interferometer, der von der deutschen Beteiligungsgesellschaft entwickelt wurde.