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Zahlen zeigen: Abfallaufkommen in Deutschland steigt

Weltkugel mit Baum

Ist das Abfallaufkommen in Deutschland in den letzten Jahren gesunken? – Nein, das Gegenteil ist der Fall. Das ist weder gut für die Umwelt noch für den Klimaschutz.

Ein Blick auf die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Abfallaufkommen belegt, dass in Deutschland das Verhalten einer „Wegwerfgesellschaft“ noch immer Alltag ist. Die vorhandenen Potentiale beim Recycling werden noch nicht vollständig ausgeschöpft. Alle Faktoren zusammen sollten trotz der Coronakrise ein Anlasse zum Nachdenken und Umdenken sein.

Wie hat sich das Abfallaufkommen in den letzten Jahren entwickelt?

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts stammen aus dem Jahr 2018 und wurden vor wenigen Tagen publiziert. Danach hat sich das gesamte Abfalleinkommen im Vergleich zu 2017 um rund 1,2 Prozent auf nunmehr 417,2 Millionen Tonnen erhöht. Den größten Zuwachs bei den anfallenden Abfällen verzeichnete dabei die Bauwirtschaft. Bei den Bau- und Abbruchabfällen stieg das Abfallaufkommen binnen Jahresfrist um rund 3,6 Prozent (rund 7,9 Millionen Tonnen). Doch in den Zahlenreihen findet sich ein sehr trauriger Aspekt. Die Recyclingquote stieg zeitgleich lediglich um 0,5 Prozent auf 69,6 Prozent im Jahr 2018. Die Verwertungsquote präsentiert sich mit 81,1 Prozent mit einem erfreulicheren Wert. Dabei macht die energetische Verwertung mit 48 Prozent den größten Anteil aus. Mehr als 71 Millionen Tonnen Abfälle endeten 2018 auf Deponien. Weitere 3,6 Millionen Tonnen Abfälle verpesteten bei der Beseitigung in Müllverbrennungsanlagen die Luft. Dieser Anteil ist 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 sogar minimal um rund 100.000 Tonnen gestiegen.

Wer verursacht das größte Abfallaufkommen und wo gibt es Reserven?

Den mit Abstand bedeutendsten Anteil beim „Futter“ für Müllverbrennungsanlagen machten mit mehr als 2,9 Millionen Tonnen Gewerbeabfälle und Produktionsabfälle aus. Knapp 180.000 Tonnen Siedlungsabfälle landeten ebenfalls in den Müllverbrennungsanlagen. Genau dort lauern auch erhebliche Reserven bei der Reduzierung der Abgase und der Erhöhung der Recyclingquote. Ein Beispiel sind Elektrokleingeräte. Zahlreiche Entsorger weisen ihre Kunden an, defekte Geräte wie Toaster, Kaffeemaschinen und Co. im Restmüll zu entsorgen, weil die Abholung zu hohe Kosten verursacht. Dabei wäre die Rückgewinnung von Materialien (Metall, Kunststoff, Edelmetalle aus der Elektronik) als Sekundärrohstoffe durchaus lohnenswert. Warum veranstalten diese lokalen Entsorger keine zentralen Sammelaktionen beispielsweise einmalig pro Quartal oder Halbjahr? Das käme dem Schutz der Umwelt sowie des Klimas und der Schonung der vorhandenen Rohstoffressourcen zugute.

Quelle: Statistisches Bundesamt, AGB mehrerer lokaler Entsorger