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2019: Rekordjahr bei der Freisetzung wassergefährdender Stoffe

Weltkugel mit Baum

Im Jahr 2019 wurden bei Unfällen mehr wassergefährdende Stoffe freigesetzt als in allen anderen Betrachtungszeiträumen des letzten Jahrzehnts. Glücklicherweise war der Anteil der Rückgewinnung dieser Gefahrstoffe hoch.

Nach offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamts gelangten 2019 rund 31,2 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe in die Umwelt. Das ist etwa das Dreifache der Menge, die in den Jahren 2017 und 2018 ermittelt wurde. Ursachen der Ausstritte waren Unfälle bei den Transporten solcher Stoffe sowie Havarien in technischen Anlagen.

Wassergefährdende Stoffe: Unfälle spielen eine große Rolle

Durchschnittlich kommt es pro Jahr zu 1.548 Unfällen bei der Beförderung der Stoffe, von denen Risiken für das Grundwasser, Seen, Flüsse und das Trinkwasser ausgehen. Das Jahr 2019 liegt mit 1.603 gemeldeten Unfällen bei solchen Transporten nur leicht über dem Durchschnitt. Allerdings wurden bei Transportunfällen rund 24,7 Prozent des Gesamtvolumens aller wassergefährdenden Stoffe freigesetzt. Der Anteil der Freisetzung von Gülle, Jauche und Silageflüssigkeiten bei Transportunfällen liegt bei 19,3 Prozent.
Neben dieser Gesamtbetrachtung aller Transporte (Straße, Schiene, Luft und Wasser) ist auch ein Blick auf die ausgetretenen Mengen bei Unfällen mit Straßenfahrzeugen interessant. Sie bringen es bei der Unfallzahl auf einen Anteil von 95,6 Prozent und sorgten für die Freisetzung von Jauche, Gülle, Silageflüssigkeit und mehr als eine Viertelmillion Liter in die Umwelt gelangter Mineralölprodukte. Doch ein Punkt ist bei den Unfällen mit Straßenfahrzeugen noch kritischer zu betrachten, denn dabei ist mit 75,3 Prozent der Anteil der nicht zurückgewonnenen Stoffe mit Gefahrenpotential fürs Grundwasser, Oberflächenwasser und Trinkwasser besonders hoch.

Flüsse leiden auch unter der Energiewende

Die Umstellung auf die ausschließliche Nutzung umweltfreundlicher und erneuerbarer Energien ist unvermeidlich. Dafür sorgen die begrenzten Reichweiten der auf der Erde vorhandenen Ressourcen sowie die negativen Auswirkungen der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas auf die Entwicklung des globalen Klimas. Doch die Energiewende zieht vor allem bei der Nutzung von Wasserkraft auf einige negative Umweltauswirkungen nach sich. Staustufen für Wasserkraftwerke behindern die Fischwanderung. Diese terrestrische Trennung vorher verbundener Lebensräume fördert die Ausbreitung von Arten, die dort normalerweise nicht leben und den ursprünglichen Fischbestand gefährden. Vielfach werden durch die Stauseen für Wasserkraftwerke die Wasserstände der Flüsse nach den Staustufen dauerhaft oder temporär gesenkt. Dadurch kommt es dort zu Minderungen der Biodiversität (Artenvielfalt). Durch die Einrichtung von Staustufen für Wasserkraftwerke entstehen zusätzliche Seen sowie Flussabschnitte, die sich für das Befahren mit Motorbooten und Schiffen eignen. Damit schließt sich der Kreis, denn auch von Freizeitbooten und Touristenschiffen geht bei Unfällen das Risiko der Eintragung wassergefährdender Stoffe (in dem Fall Öle und Kraftstoffe) aus.

Quelle: Statistisches Bundesamt