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Wie wirkt sich die Coronakrise auf den Einzelhandelsumsatz aus?

Schriftzug Statistik

Beim Einzelhandelsumsatz zeigten sich nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamts gegensätzliche Trends. Aus der Coronakrise ziehen nur Teilbereiche des Handels zusätzliche Profite.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die Einzelhandelsumsätze im April 2020 durch die Folgen der Coronakrise um 6,5 Prozent. Auch im Vergleich zum März 2020 weist das Statistische Bundesamt beim Einzelhandel einen Umsatzverlust in Höhe von 5,3 Prozent aus. Allerdings gibt es dabei erhebliche Unterschiede nach den gehandelten Waren. Der Grund dafür sind die Differenzen bei Öffnungsmöglichkeiten für die einzelnen Geschäfte.

Wo brachen die Einzelhandelsumsätze im April 2020 am stärksten ein?

Die mit Abstand größten Verluste musste die Anbieter von Textilien, Schuhen und Lederwaren hinnehmen. Hier sank der Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat preisbereinigt um 70,7 Prozent. Kaufhäuser mit gemischtem Sortiment mussten zeitgleich Umsatzverluste von 40,3 Prozent hinnehmen. Sie landen damit auf dem zweiten Rang der am meisten von den Folgen der Coronakrise betroffenen Handelsunternehmen. Mit 41,1 Prozent büßten die Anbieter von Haushaltsgeräten, Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat fast ein Viertel ihrer Umsätze ein. Nicht ganz so hart traf es die Buchhändler und Anbieter von Freizeit- und Sportgeräten. Bei ihnen schlägt ein Umsatzverlust von durchschnittlich 20,4 Prozent zu Buche. Genau in diesem Marktsegment zeichnet sich nach den ersten Zahlen für den Mai 2020 eine schnelle Erholung ab. Im Mai hat beispielsweise der Umsatz bei Fahrrädern und Campingartikeln im Vergleich zum April um 12,5 Prozent zugelegt. In Apotheken und Drogeriemärkten blieb der Umsatz im April 2020 mit einem Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem April 2019 nahezu stabil.

Welche Einzelhändler profitierten bisher von der Coronakrise?

Der Lebensmittelhandel gehört von Beginn an zu denjenigen, die Vorteile aus der Coronakrise ziehen konnten. Das bestätigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamts für den April 2020. Beim Vergleich mit den Umsätzen im Vorjahresmonat findet sind bei Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren ein preisbereinigtes Plus von 6,2 Prozent. Bei einer einzelnen Betrachtung der Supermärkte und SB-Warenhäuser fällt das Plus mit 8,1 Prozent sogar noch umfangreicher aus. Auf der Gewinnerseite ist eindeutig auch der Versandhandel. Hier wurden im April 2020 satte 24 Prozent mehr Umsätze als im Vergleichsmonat des Vorjahres gemacht. Eine ähnliche Situation zeigt sich auch bei der Betrachtung der ersten vier Monate des Jahres 2020. Dabei schlägt bei den Händlern für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren ein Plus von 6,6 Prozent zu Buche. Ursache sind hier nicht nur die Hamsterkäufe und der zusätzliche Bedarf bei Seife und Desinfektionsmitteln. Im Einzelhandel machen sich auch die Kurzarbeit, das Home Office sowie die Kita- und Schulschließungen bemerkbar. Erhebliche Teile der Essensversorgung wurden von den Großküchen der Einrichtungen auf den heimischen Herd und damit vom Großhandel auf den Einzelhandel verlagert.

Quelle: Statistisches Bundesamt