Weltrekordhalter: Die Akashi-Kaikyo-Brücke in Japan


Eigentlich sollte das Mittelteil der längsten Hängebrücke der Welt eine Spannweite von 1990 Metern haben. Doch das Kobe-Erdbeben im Jahr 1995 fiel mitten in die Bauphase der Akashi-Kaikyo-Brücke. Dadurch verschoben sich die beiden Stützpfeiler mit der Konsequenz, dass die Stützweite heute bei knapp 1991 Metern liegt.

Warum wurde die Akashi-Kaikyo-Brücke gebaut?

Die Passage der Akashi-Meerenge stellt eine wichtige Verkehrsader in Japan dar, denn sie verbindet die Inseln Honshu und Awaji-shima miteinander. Auf der Insel Honshu leben etwa hundert Millionen Menschen. Die Insel Awaji-shima bringt es auf knapp 130.000 Bewohner. Bis zur Eröffnung der Akashi-Kaikyo-Brücke mussten die Pendler samt Fahrzeugen mit Fähren transportiert werden. Dabei kam es aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen in der Akashi-Meerenge wiederholt zu Unglücksfällen. Deshalb entschloss sich die japanische Regierung dazu, rund 3,3 Milliarden Dollar für den Bau einer insgesamt 3911 Meter langen und mit sechs Fahrspuren ausgestatteten Brücke auszugeben.

Warum war der Bau der Akashi-Kaikyo-Brücke so teuer?

Die hohen Investitionskosten resultieren aus den besonderen Anforderungen an die Bauweise. Die Brückenkonstruktion muss sowohl regelmäßige Erdbeben als auch die Sturmböen von Taifunen aushalten. Deshalb wurden die knapp 300 Meter über die Wasserfläche aufragenden Tragsäulen mit speziellen Schwingungsdämpfern ausgestattet. Das Fahrbahndeck befindet sich in luftiger Höhe, um beim Mittelteil eine Durchfahrtshöhe von 65 Metern für die rund 1400 Schiffspassagen pro Tag zu garantieren. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Akashi-Meerenge an dieser Stelle mehr als sechzig Meter tief ist. Deshalb wurden für die Verankerung der Pylone im Meeresboden in der Bauphase Stauwände mit einem Durchmesser von 85 Metern notwendig. Sie wurden nach dem Einbringen der Verankerungen mit speziellen Unterwasserbeton befüllt. Nach den Angaben der Konstrukteure soll die Akashi-Kaikyo-Brücke Erdbeben bis zu einer Stärke von 8,5 auf der nach oben offenen Richter-Skala aushalten. Dass das zumindest bis zur Stärke 7,3 stimmt, hat die Tatsache bewiesen, dass die bis 1995 gebauten Teile bei dem Kobe-Beben keinen nennenswerten Schaden erlitten haben.

Quelle: Structurae, Roadtraffic Technology