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Welche Zukunft hat der Universaldienst der Deutschen Post?

Schriftzug Statistik

Wie entwickelt sich die Grundversorgung mit postalischen Leistungen in Deutschland? Ist die Deute Post noch konkurrenzfähig? – Wir haben aktuelle Zahlen.

Die Zukunft des Post-Universaldienstes stand im Fokus einer Kleinen Anfrage von FDP-Abgeordneten im Bundestag. Inzwischen liegt die Antwort der Bundesregierung vor. Sie zeigt sowohl positive als auch negative Entwicklungen auf. Die Deutsche Post muss sich gegen immer mehr Konkurrenz durchsetzen und trotz eines rückläufigen Volumens der zu bearbeitenden Sendungen die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Das hatte in den letzten Jahren einige Konsequenzen für die Verbraucher.

Welche Veränderungen gab es bei der Deutschen Post?

Nach der Post-Universaldienstleistungsverordnung muss die Deutsche Post eine Zustellung an allen Werktagen (Montag bis Samstag) garantieren. Außerdem muss sie dafür sorgen, dass mindestens 80 Prozent aller Briefsendungen die Empfänger am ersten Werktag nach der Einlieferung (vor Abholung in Filialen und Leerung der Briefkästen) erreichen. 95 Prozent der Briefe müssen spätestens am zweiten Werktag bei den Empfängern eintreffen. Diese Anforderungen erfüllt die Deutsche Post, wobei die Antwort der Bundesregierung allerdings eine negative Entwicklung aufzeigt. Den Spitzenwert des letzten Jahrzehnts bei der Zustellung am folgenden Werktag erreichte die Deutsche Post mit 93,7 Prozent im Jahr 2011. Bis zum Jahr 2020 (Durchschnitt der ersten drei Quartale) sank der Anteil nach den Angaben der Bundesregierung auf 85,4 Prozent. Die Werte bei der Zustellung am zweiten Werktag nach der Einlieferung blieben mit 99,4 Prozent im Jahr 2011 und 97,7 Prozent im Jahr 2020 deutlich stabiler. Ab 2011 sank die Zahl der bundesweit verfügbaren Briefkästen der Deutschen Post um rund 3.500 Stück auf 108.846 im dritten Quartal 2020. Die Konkurrenten steigerten die Zahl ihrer Briefkästen zeitgleich von 5.481 auf mehr als 10.000.

Wie ist die aktuelle Lage bei den Paketshops der Deutschen Post?

Leider legt die Bundesregierung auch für dieses Segment negative Zahlen vor. Von 2018 auf 2019 sank die Zahl der bundesweit verfügbaren Paketshops um 200 auf 10.500. Bei den Konkurrenten ist die Entwicklung genau umgekehrt. Sie steigerten die Zahl ihrer Paketshops von 32.140 im Jahr 2018 auf 33.111 Paketshops im Jahr 2019. Die meisten Anlaufstellen der Deutschen Post (25 Prozent) befinden sich in Filialen des Lebensmitteleinzelhandels. Weitere 22 Prozent entfallen auf Zusatzleistungen von Zeitungsläden, Tabakwarengeschäfte und Schreibwarenläden sowie Kioske. Rund 5 Prozent der Paketshops entfallen auf Tankstellen und Bäckereien. Die Deutsche Post unterhielt im dritten Quartal 2020 bundesweit gerade einmal noch 948 selbst betriebene Filialen. Die Zahl der von Dritten im Auftrag der Deutschen Post betriebenen Anlaufstellen lag bei 12.785. Zu den Auswirkungen der Corona-Lockdowns auf die Anzahl der verfügbaren Post- und Paketshops durch die zwangsweisen Schließungen im Handel macht die Bundesregierung keine Angaben. Jedoch dürfte die Zahl der geschlossenen Shops angesichts der Verteilung nach Art der Geschäfte nicht allzu hoch sein.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/25935