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Welche Schadorganismen gibt es in der Landwirtschaft: Zahlen & Fakten

Weltkugel mit Baum

Die Landwirte in Deutschland sehen sich mit einer Vielzahl neuer Schadorganismen konfrontiert. Nicht gegen jeden eingewanderten oder eingeschleppten Schädling gibt es bereits wirksame Hilfe.

Die Ursachen für die Ausbreitung für die Region untypischer Schadorganismen in der Landwirtschaft sind breit gefächert. Schädlinge können sich durch die Folgen des Klimawandels neue Verbreitungsgebiete erschließen. Andere Organismen reisen als „Schwarzfahrer“ in Flugzeugen, Schiffen, Zügen oder auf Lastkraftwagen nach Deutschland ein. Hier können sie sich als gebietsfremde Arten häufig ungehindert ausbreiten, weil sie keine oder nur wenige natürliche Feinde haben.

Welche Schadorganismen kamen aus anderen Regionen nach Deutschland?

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der AfD-Fraktion werden einige Arten benannt, die der Landwirtschaft in Deutschland Probleme bereiten könnten. Dazu gehören beispielsweise die Östliche Walnussfruchtfliege und die Amerikanische Walnussschalenfliege. Bei beiden Arten von Schadorganismen waren bisherige Versuche der Bekämpfung nicht vollständig erfolgreich. Ebenfalls ein hohes Schadpotential sehen die Experten durch die Einschleppung der Marmorierten Baumwanze. Diese in der Fachsprache Halyomorpha halys genannte Wanzenart kann mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten befallen, was die Bekämpfung extrem schwierig macht. Zahlreiche Weinbauern in Deutschland haben bereits von erheblichen Schäden durch den Harlekinkäfer und die Kirschessigfliege berichtet. Bei anderen Schadorganismen erwiesen sich die eingeleiteten Maßnahmen als erfolgreich. Danach sieht es aktuell bei der Bekämpfung des 2008 aus Nordamerika eingeschleppten Rundköpfigen Apfelbaumbohrers und des aus Asien nach Deutschland gelangten Laubholzbockkäfers aus.

Wie häufig sind Einwanderungen schädlicher und regionsuntypischer Organismen?

Die Bundesregierung verweist auf die Daten von EUROHYT interceptions und TRACES NT. Danach gab es im Jahr 2019 in Deutschland 62 Fälle, in denen Schadorganismen in Importgütern oder deren Verpackungen gefunden wurden. Allerdings stellt das nur die „Spitze des Eisbergs“ dar, da nicht jeder Fall erkannt und gemeldet wird. Mehrheitlich (55 Fälle) finden sich die Schadorganismen in den hölzernen Verpackungen. Dabei wurden zehn verschiedene Arten von in Deutschland nicht beheimateten Schadorganismen gefunden. Zu den Top 3 der Länder, aus denen die meisten Schädlinge einreisten, gehören Indien, China und Indonesien. Vietnam landet auf dem Rang 4. Pakistan und Malaysia teilen sich den 5. Platz der bedeutendsten Herkunftsländer eingeschleppter Schädlinge. Dabei zeigen sich sehr unterschiedliche Trends. Die Zahl der Beanstandungen nimmt in den letzten Jahren bei Lieferungen aus China und Indien ab. Bei Lieferungen aus Weißrussland und der Ukraine wurde 2019 ein sprunghafter Anstieg der gemeldeten Beanstandungen verzeichnet.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/21799