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Invasion der Feuerfische in der Karibik bedroht die Fischerei

Coral reef

Die Feuerfische waren ursprünglich in der Karibik nicht heimisch. Inzwischen haben sie sich zu einer Bedrohung der Fauna der Korallenriffe und der Fischereiwirtschaft entwickelt.

Nach den Angaben der Fischereibehörde des US-Bundeslands Lousiana handelt es sich nicht um eine natürliche Invasion der Feuerfische in der Karibik. Stattdessen ist der Mensch mit seinem Wunsch nach exotischen Haustieren dafür verantwortlich. Viele Aquarienbesitzer unterschätzen, dass die Roten Feuerfische (wissenschaftliche Bezeichnung Pterois volitans) mehr als 30 Zentimeter groß werden können. Einzelne Exemplare im Atlantik bringen es sogar auf eine Größe von rund 45 Zentimetern. Sie fressen die kleineren Fische in den Aquarien und werden deshalb von den Besitzern häufig im Meer ausgesetzt. Außerdem gibt die Fischereibehörde an, dass während des Hurrikans „Andrew“ im Jahr 1996 ein halbes Dutzend Feuerfische nachweisbar entkamen.

Feuerfische haben kaum natürliche Feinde

Das ist eines der Hauptprobleme, mit denen sich die Naturschützer und Fischer in der Karibik derzeit beschäftigen müssen. Ihre mit Gift bestückten Stachel schützen sie vor den Fressfeinden. Auch für den Menschen sind sie besonders gefährlich, weil sie bei Annäherung kein Fluchtverhalten zeigen. Das Gift besteht zu einem Teil aus Acetylcholin und einem bisher nicht näher erforschten Giftstoff. Beim Menschen löst der Cocktail unkontrollierbare Muskelzuckungen sowie heftige Schmerzen aus, die nach bisherigem Kenntnisstand bis zu 12 Stunden anhalten können. Für den Verzehr durch den Menschen sind die Feuerfische ungeeignet. Sie enthalten Ciguatoxine in unterschiedlichen Konzentrationen. Sie gehören zu den neurotoxischen Polyethern und lösen beim Menschen die typischen Symptome einer Lebensmittelvergiftung aus. Dazu gehören Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die Invasion bringt die heimische Fauna in Gefahr

Nach Erhebungen der University of Florida reduzieren sie die einheimischen Fischarten nach einer erfolgreichen Invasion binnen Monatsfrist um bis zu 80 Prozent. Die Flora und Fauna am Great Florida Reef hat bereits erheblichen Schaden durch die Feuerfische erlitten. Viele der einst 1.400 Pflanzen- und Tierarten sind schon verschwunden. Dazu haben neben der Feuerfischinvasion auch die Folgen des Klimawandels beigetragen. Bereits seit einiger Zeit laufen Bemühungen, die weitere Verbreitung der Raubfische einzudämmen. Das gestaltet sich schwierig, weil die Feuerfische einerseits in flachen und küstennahen Regionen leben, aber auch (je nach Quelle) Tiefen von 100 bis zu 180 Metern bereits erobert haben. Die National Oceanic and Atmospheric Administration hat deshalb zwei neuartige Fallen für Feuerfische vorgestellt, die auch in größeren Tiefen wirksam sind. Sie stellen nach den dortigen Angaben keine Gefahr für die heimischen Fischarten dar.

Anfänglich gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die ursprünglich aus Asien stammende Fischart ausschließlich in warmen Gewässern überlebensfähig ist. Doch diese Annahme erwies sich als falsch. Fischer zogen die Feuerfische auch in Regionen mit Wassertemperaturen von weniger als 15 Grad als Beifang aus ihren Netzen. Erste Exemplare wurden bereits vor der nordöstlichen Atlantikküste der USA entdeckt. Ein Grund zur Sorge ist die rasche Vermehrung und Ausbreitung. Feuerfische sind in der Lage, alle vier Tage Laich abzusetzen. Rund um die Bahamas wurden bei jüngsten Erhebungen nach den Angaben der University of Florida bereits knapp 400 Feuerfische pro Hektar Wasserfläche gezählt.

Quelle: NOAA, University of Florida, Lousiana Fisheries