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Weitere Listerien-Fälle bekannt geworden

Der Wursthersteller Wilke war der erste, in dessen Produkten Listerien nachgewiesen wurden. Tonnenweise Fleischwaren mussten daraufhin vernichtet werden. Jetzt gab es weitere Funde in Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Wie aus einem Bericht der „Bild am Sonntag“ hervorgeht, stehe aktuell ein fleischverarbeitender Betrieb in Baden-Württemberg unter Verdacht, dass dort Listerien vorkommen. Bereits im Januar habe man die gefährlichen Bakterien des Typs Pi 4 in einer Produktionsanlage gefunden. Dieser Listerienstamm ist in dem Werk vor zwei Jahren schon einmal im Rahmen einer amtlichen Routinekontrolle gefunden worden.

15 Personen mit Listerien infiziert

Peter Hauck, der zuständige Verbraucherminister, kündigte „umgehend eine intensive Ermittlungstätigkeit der Lebensmittelüberwachung“ an. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich 15 Personen aus sieben Bundesländern mit diesem Listerienstamm infiziert. In zwei Fällen sind die Infizierten verstorben, wie RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher bestätigte.

Was sind Listerien?

Unter Listerien oder auch Listeria monocytogenes versteht man in der Natur vorkommende Bakterien. An der Listeriose, die von ihnen ausgelöst wird, erkranken allerdings nur wenige Menschen. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion in der Regel eher unauffällig bzw. mit einem sehr milden Verlauf. Grippeähnliche Symptome sind am häufigsten zu beobachten.

Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, und Schwangere dagegen können schwerer geschädigt werden. Im Schnitt kommt es jährlich zu 300 bis 600 Erkrankungen in Deutschland. Sieben Prozent davon enden tödlich.

So wurden auch insgesamt drei Menschen durch die Listerien beim Fleischhersteller Wilke getötet. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt in diesem Fall wegen fahrlässiger Tötung. 37 weitere Personen, die Fleisch und Wurst von Wilke verzehrt haben, sind erkrankt.

Weitere Listerien-Fälle bekannt geworden

Zwischenzeitlich hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit einen weiteren Rückruf wegen des Verdachts auf Listeriose ausgelöst. Betroffen sind Frikadellen von der Fleisch-Krone Feinkost GmbH. Bereits am Freitagabend hatte das Unternehmen abgepackte Fertig-Frikadellen zurückgerufen, die bei Norma und Rewe in die Regale kamen. Dabei hieß es weiter, man rate dringend vom Verzehr ab.

Konkret betroffen sind die „ja! Frikadellenbällchen“ mit einem MHD vom 05.11. und 20.11.2019, die nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geliefert wurden, sowie die „Gut Bartenhof Frikadelle Klassik“ und die „Gut Bartenhof Frikadellenbällchen“. Hier sind die Chargen-Nummern 97812 und 97813 mit dem MHD 05.11.2019 betroffen. Sie wurden an Niederlassungen im bayerischen Aichach, im sächsischen Rossau, im brandenburgischen Ahrensfelde, in Dettingen in Baden-Württemberg, Rheinböllen in Rheinland-Pfalz und Kerpen in NRW geliefert.

Der Betrieb in Goldenstedt im Kreis Vechta ruht derzeit nach einer entsprechenden Anordnung des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen.

Quelle: dpa