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Was tun gegen Schnecken im Garten? – Teil 2

© Gina Sanders - Fotolia.com

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Wer sich über Schnecken im Garten ärgert, kann viele verschiedene Dinge zur Bekämpfung ausprobieren. Fakt ist aber: Eine Garantie gibt es bei keinem der Mittel, vielfach hat sich eine Kombination mehrerer Maßnahmen bewährt.

In der Regel überwintern Schneckengelege in tieferen Bodenschichten. Durch die Tiefenlockerung der Böden im späten Herbst nach den ersten Frösten oder im zeitigen Frühjahr kann man diese Gelege zerstören. Allerdings bringt dieses Durchhacken auch das gesamte Bodenleben durcheinander und wird daher nach den Grundsätzen des biologischen Gärtnerns nicht empfohlen. Ratsam ist es auch, das Gießen auf den frühen Morgen, statt auf die Abendstunden zu verlegen und die einzelnen Pflanzen zu gießen, statt auf die Flächenbewässerung zu setzen. So finden Schnecken weniger Feuchtigkeit vor, über die sie sich bewegen können.

Natürliche Feinde von Schnecken nutzen

Igel und Spitzmäuse gehören zu den natürlichen Fressfeinden von Schnecken. Gleiches gilt für Amseln, Elstern und Stare, aber auch Blindschleichen und Kröten. Wenn man die Ansiedelung dieser Tiere im Garten fördert – in der Regel durch eine naturnahe Gartengestaltung, kann man davon ausgehen, dass eine Schneckenplage gar nicht erst entsteht. Auch Laufkäfer und Laufkäferlarven, Hundertfüßler und Glühwürmchen sowie deren Larven sind zur Schneckenbekämpfung geeignet, da sie gerne die Eigelege und Jungschnecken verspeisen.

Pflanzen und Extrakte gegen Schnecken einsetzen

Ebenfalls wird oft empfohlen, Kamille und Bohnenkraut rund um die Beete zu pflanzen, die die Schnecken abschrecken sollen. Allerdings entwickeln auch Schnecken unterschiedliche Geschmäcker, so dass es hier keine Garantie für die abschreckende Wirkung gibt.

Pflanzenextrakte aus Farnkraut, Kompost oder Lebermoos sollen Schnecken ebenfalls abhalten. Sie werden über die zu schützenden Pflanzen gesprüht, schaden diesen jedoch nicht, da sie nicht in deren Gewebe eindringen. Allerdings: Mit jedem Regenschauer wird die Schutzschicht wieder abgespült und muss erneuert werden.

Kaffee soll die Schnecken in geringer Konzentration vom Fressen abhalten oder sie vertreiben. Größere Portionen können die Tiere sogar töten. Das enthaltene Koffein wirkt vermutlich wie ein Nervengift auf die Schnecken. Kaffeesatz kann also flächig oder ringförmig um die besonders zu schützenden Pflanzen ausgebracht werden. Starker Bohnenkaffee kann direkt über die Blätter gesprüht werden.

Was bringt der Schneckenzaun?

Darüber hinaus werden immer wieder Schneckenzäune als hochwirksam beschrieben, sie sind allerdings recht kostspielig in der Anschaffung. Bei Metall-Schneckenzäunen setzt man auf ein abgewinkeltes Profil, welches die Schnecken nicht überwinden können. Nach dem Einzäunen muss man jedoch überprüfen, ob man Schnecken mit „eingesperrt“ hat und diese absammeln, sonst bringt diese Maßnahme nichts. Wichtig ist auch, dass der Schneckenzaun mindestens zehn Zentimeter tief im Boden verankert ist. Genauso hoch sollte er aus dem Boden herausragen. Gleichzeitig müssen die Schneckenzäune frei stehen und dürfen weder Kontakt mit Gemüse, noch mit Gras haben.

Ebenfalls sollen Schnecken sich von anderen Umzäunungen, Ketten und Drähten aus Kupfer abhalten lassen. Das Kupfer soll die Schnecken abschrecken, allerdings besteht hier auch die Gefahr, dass gelöstes Kupfer sich auf andere Tiere und Fische auswirkt, auf die es schon in geringen Mengen giftig wirkt.

Mit Streu und Kalk gegen Schnecken vorgehen

Säge- oder Steinmehl und Branntkalk sollen Schnecken durch die entfeuchtende Wirkung abhalten. Sie werden rund um die zu schützenden Gemüsebeete aufgetragen. Allerdings müssen die Schichten nach jedem Regenguss erneuert werden. Zudem müssen alle Schnecken, die sich bereits auf den Beeten befinden, zunächst abgesammelt werden. Die Sperrstreifen aus Branntkalk bedürfen zudem mindestens 30 Zentimeter Breite, beim Sägemehl sollte sogar eine Breite zwischen einem halben und einem Meter realisiert werden. Außerdem muss die Schicht mindestens fünf Zentimeter hoch sein.

Die Bierfalle – Klassiker der Schneckenbekämpfung

Der Klassiker in der Schneckenbekämpfung ist die Bierfalle, dennoch ist auch diese mit Vorsicht zu genießen. Zwar lockt Bier die Schnecken an, allerdings kann dies auch dazu führen, dass die gesamte Schneckenschar aus Nachbargärten mit in den eigenen Garten gelockt wird. Tatsächlich fällt zudem nur ein geringer Teil der Tiere tatsächlich in die Becher hinein. Zudem ist zu beachten, dass die Becher nicht ebenerdig eingegraben werden, damit nicht andere Gartenbewohner versehentlich hineinfallen und ertrinken.

Zudem hat sich das Absammeln der Schnecken bewährt. Damit man nicht lange suchen muss, sollte man den Tieren Verstecke, etwa in Form von Brettern zwischen den Beeten, umgedrehten Blumentontöpfen oder Orangenschalenhälften anbieten. Idealerweise sammelt man die Schnecken am späten Abend oder ganz früh am Morgen nach einem warmen Regen ab.

Enten und Hühner gegen Schnecken einsetzen

Indische Laufenten und Khaki-Campell-Enten gelten als hervorragende Schneckenvertilger. Hühner können das umliegende Gelände von Schneckengelegen säubern. Allerdings lohnt sich die Anschaffung nur für große Gärten und man muss beachten, wie hoch der Aufwand für eine artgerechte Haltung der Tiere ist.

Quelle: Nabu