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Warum können sich viele Menschen Zahnersatz nicht mehr leisten?

Immer wieder stellen die Linken im Bundestag Fragen zu Themen, die „wehtun“. Eine aktuelle Anfrage von Sabine Zimmermann widmete sich der Frage, wie viel Geld die Patienten für zahnärztliche und zahntechnische Leistungen zuzahlen müssen. Die Zahlen, welche daraufhin vom Bundesgesundheitsministerium geliefert wurden, sind erschreckend. Die notwendigen Zuzahlungen steigen seit längerer Zeit kontinuierlich an. Das führt dazu, dass viele Patienten aus Angst vor den hohen Zuzahlungen auf die Versorgung mit Zahnersatz verzichten. Sabine Zimmermann forderte deshalb in ihrem Statement zu den Ergebnissen der Anfrage die komplette Abschaffung der Zuzahlung für Zahnersatz. Sie begründete das einerseits mit dem Image des Sozialstaats Deutschland und andererseits mit der Tatsache, dass eine aus finanziellen Gründen nicht mögliche Versorgung mit Zahnersatz das Risiko schwerer Folgeerkrankungen birgt. Eine ähnliche Situation besteht bei der Versorgung mit Seh- und Hörhilfen, wo ebenfalls hohe Zuzahlungen erforderlich sind.

Wie haben sich die Zuzahlungen beim Zahnarzt verändert?

Im Jahr 2005 fielen in den deutschen Haushalten insgesamt 2,62 Milliarden Euro Zuzahlungen für Laborkosten und Materialkosten beim Zahnarzt an. Bis zum Jahr 2010 wuchsen die geleisteten Zuzahlungen bundesweit bereits auf eine Gesamtsumme von 3,02 Milliarden Euro an. Im Jahr 2014 ergab die Hochrechnung Zuzahlungen von insgesamt 3,14 Milliarden Euro. Nach Angaben der Westdeutschen Zeitung stiegen die Zuzahlungen bei gesetzlich Versicherten im Jahr 2014 pro Versorgung mit Zahnersatz auf durchschnittlich 850 Euro. Im Jahr 2012 waren es noch rund 200 Euro weniger gewesen. Die Konsequenzen werden an Zahnen vom Statistischen Bundesamt deutlich. Eine von dort in Auftrag gegebene Befragung zeigte, dass 48,3 Prozent der Probanden wegen fehlender finanzieller Mittel nicht zum Zahnarzt gegangen sind.

Warum verzichten viele Patienten noch auf den Zahnarztbesuch?

Bei Verzicht auf den Gang zum Zahnarzt spielen bei 43,6 Prozent der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Studie allerdings auch noch andere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die Zahnarztangst und die Unvereinbarkeit der Praxisöffnungszeiten mit den Arbeitszeiten der Patienten. Den davon Betroffen sei gesagt, dass es mittlerweile zahlreiche Zahnarztpraxen gibt, die bis in die späten Abendstunden und auch am Wochenende geöffnet haben. Außerdem können Zahnbehandlungen vielerorts inzwischen unter Hypnose oder Narkose durchgeführt werden. Die zusätzlich benannten langen Wartezeiten müssen ebenfalls in vielen Zahnarztpraxen nicht hingenommen werden.

Quelle: dpa, Statistisches Bundesamt