UNICEF-Bildungsstudie: Wo steht Deutschland?

Die Resultate der aktuellen UNICEF-Bildungsstudie sollten in den deutschen Kultusministerien die Alarmglocken läuten lassen. In einigen Positionen schneiden Schüler aus der Bundesrepublik ziemlich schlecht ab.

Für die UNICEF-Bildungsstudie wurden die Kompetenzen der Schüler ins 41 Ländern untersucht. Dabei landete die Bundesrepublik Deutschland als eine der führenden Industrienationen teilweise sogar im schlechtesten Drittel.

Wie sehen die Resultate der UNICEF-Bildungsstudie genau aus?

Am schwächsten schneidet Deutschland bei der Lesekompetenz in der Sekundarstufe ab. In den dabei untersuchten 38 EU- und OECD-Ländern landet die Bundesrepublik in dieser Position lediglich auf dem Platz 23. Bei den Lesefähigkeiten in der Grundschule sieht es nicht viel anders aus. Hier wurden 29 zur Europäischen Union und zur OECD zählende Länder untersucht. Der Platz 20 für Deutschland zeigt, dass in den Grundschulen deutlicher Verbesserungsbedarf besteht. Etwas besser platziert sich Deutschland bei der frühkindlichen Förderung, denn dort schlägt der Rang 23 von insgesamt 41 untersuchten Ländern zu Buche. In Deutschland sehen die Resultate bei der Prüfung der Lesefähigkeiten bei Mädchen etwas besser aus als bei Jungen. Diese Differenz vergrößert sich vom Grundschulalter bis zu den letzten Schuljahren. Dieses Phänomen zeigt sich aber nicht nur in der Bundesrepublik, sondern wurde durchweg in allen untersuchten Ländern gefunden.

Bildung weist in Deutschland regionale Unterschiede auf

Außerdem ermittelte die UNICEF erhebliche regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. Allerdings wurden dazu keine weiterführenden Untersuchungen durchgeführt. Die UNICEF gibt in ihrem Ergebnisbericht lediglich an, dass bei der Entwicklung der Lesefähigkeiten der deutschen Schüler Differenzen von 194 Zählern gefunden wurden. Jeder fünfte deutsche Grundschüler erfüllt bei den Lesefähigkeiten die Anforderungen nicht, die für die jeweilige Altersstufe gelten. Dabei stellte die UNICEF eine Abhängigkeit zur sozialen Herkunft und zur Schulwahl fest. Dieser Zusammenhang zeigt sich bis in die höheren Klassen. Nur etwa 20 Prozent aller deutschen Schüler verfolgt den Plan, eine weiterführende Schule zu besuchen. Bei Familien mit gehobenem Sozialstatus ist der Anteil um etwa fünf Prozent höher. Hier sollte sich das deutsche Kultusministerium Korea zum Vorbild nehmen. Dort streben neun von zehn Schülern einen höheren Bildungsweg an.

Quelle: UNICEF Innocenti Report Card 15