Temperaturrekorde am 25. Juli 2019 sind Hinweise auf Klimawandel

strong>Am 25. Juli 2019 gab es in Deutschland mehrere lokale Temperaturrekorde. Auch der Rekordwert für die gesamte Bundesrepublik wurde eingestellt. Meteorologen sehen die gemessen Werte als eindeutiges Zeichen für den Klimawandel.

Der Allzeitrekord bei den höchsten Temperaturen in Deutschland liegt seit Donnerstab bei 42,6 Grad Celsius. Gemessen wurden sie nach den offiziellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Lingen im Landkreis Emsland. Neue Rekorde wurden am 25. Juli 2019 in insgesamt sechs Bundesländern aufgestellt. Insgesamt meldeten bundesweit 25 Messstationen Höchsttemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. Auffällig dabei ist, dass sich die Grenze der Überschreitung der 40-Grad-Marke in den letzten Jahren immer mehr nach Norden verschoben hat.

Die Temperaturrekorde sind in Deutschland ein echtes Problem

Auf eine derart anhaltende Dürre und die hohen Temperaturen ist Deutschland nicht ausreichend vorbereitet. Das zeigte sich vor allem in Niedersachsen. Dort hat sich das Wasser der Weser bereits so erwärmt, dass es nicht mehr als Kühlwasser für den Reaktor des Atomkraftwerks Grohnde genutzt werden kann. Deshalb ordnete Preussen Elektra eine vorsorgliche Abschaltung an. Wann es wieder ans Netz gehen kann, hängt von der Entwicklung der Wassertemperaturen der Weser ab. Damit fehlt in Niedersachsen eine Stromleistung von 1.360 Megawatt. Allerdings sollte diese Leistung größtenteils bereits kompensiert sein, denn das Kernkraftwerk soll im Jahr 2021 dauerhaft vom Netz gehen.

Die Flüsse und Seen bereiten den lokalen Behörden ohnehin große Probleme. Vielerorts wurde ein Verbot der Wasserentnahme durch die Landwirtschaft angeordnet, um die Fischbestände zu schützen. An einigen Stellen mussten die Feuerwehren eingreifen, um den Fischen in den austrocknenden Seen das Leben zu retten. Auch der Bahnverkehr leidet unter der extremen Hitze. Ein Beispiel ist die bei Touristen beliebte Schmalspurbahn „Molli“. Die Betreiber mussten wegen hitzebedingter Schienenschäden den Betrieb am 25. Juli 2019 zeitweise einstellen. Die Deutsche Bahn und die Betreiber der Straßenbahnen in den Städten stehen vor ähnlichen Problemen. Deshalb laufen bereits Versuche, die Hitzeschäden an den Schienen mit einem weißen Anstrich zu verhindern.

Deutschland ist unzureichend auf den Klimawandel vorbereitet

Das gilt vor allem für die Städte. Dort verhindert die enge und oft ungünstig ausgerichtete Bebauung eine ausreichende Frischluftzufuhr. Hinzu kommen viele dunkle Fassaden, Dächer und Asphaltstraßen. Außerdem gibt es zu wenig Grünflächen, die eine natürliche Kühlung der Luft bewirken. Bei den Gebäuden wären weiße Anstriche für Dächer und Fassaden eine erste und schnell wirksame Lösung. Dafür gibt es Spezialfarben wie beispielsweise ThermoShield. Sie enthalten winzige Keramikkügelchen mit einem Hohlraum, die für eine Senkung der Wärmeleitfähigkeit der damit behandelten Flächen sorgen. Diese Beschichtungen sind doppelt lukrativ. Sie bewirken im Sommer kühlere Innenräume und senken im Winter die Heizkosten.

Auch die lokalen Feuerwehren stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Derzeit brennt in Brandenburg erneut der Wald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. Dort hatte erst kürzlich der größte Waldbrand aller Zeiten in Brandenburg getobt. Dabei und beim Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz in Lübtheen zeigten sich erhebliche Lücken in der technischen Ausstattung der Feuerwehren. In Deutschland gelten am 26. Juli 2019 großflächig die Waldbrandwarnstufen 4 und 5. Mit einer spürbaren und bundesweiten Entspannung der Lage rechnet der DWD erst zu Wochenbeginn. Das gilt genauso für den Grasland-Feuerindex.

Quelle: DWD, Preussen Elektra, RTL