Schifffahrt auf der Elbe bleibt im Osten stark beeinträchtigt

Obwohl die Gewitter im Laufe des 28. und 29. Juli 2019 auch den Osten Deutschlands erreichen werden, sehen die Pegelprognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für die nächsten Tage katastrophal aus.

Mit Erleichterungen bei den Einschränkungen der Schifffahrt ist danach so schnell nicht zu rechnen. Die Pegelstände bleiben kritisch niedrig, obwohl bereits die Abgabemengen der sächsischen Talsperren und einiger Talsperren in Tschechien erhöht wurden.

Wie werden sich die Wasserstände an den wichtigsten Pegeln entwickeln?

Die Pegelprognosen errechnet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auf der Grundlage der Daten des Deutschen Wetterdienstes. Am Elbpegel Schöna fiel der Wasserstand binnen zwei Tagen von 78 auf 63 Zentimeter. Die heute und morgen erwarteten Niederschläge erhöhen den dortigen Pegel nach den aktuellen Hochrechnungen kurzfristig um etwa 10 Zentimeter. Die daraus resultierenden Durchflussmengen reichen nicht aus, um den Wasserstand der Elbe in Dresden nennenswert zu erhöhen. Das setzt sich im weiteren Verlauf der Elbe fort. Der Pegel in Torgau bleibt mit gerade einmal 46 Zentimetern weiterhin sehr kritisch. In Wittenberg rechnet die Schifffahrtsverwaltung mit einem Absinken des Pegels auf 70 Zentimeter. In Dessau sinkt der Pegel danach wahrscheinlich unter die 55-Zentimter-Marke. Katastrophal sieht auch ein Blick auf die Prognosen der Elbpegel im weiteren Verlauf in Sachsen-Anhalt aus. Der Elbhafen Magdeburg muss sich auf einen Pegel von etwa 55 Zentimetern am 30. Juli 2019 einstellen.

Niedrige Flusspegel sorgen für verschiedene Probleme

Bei derart niedrigen Pegeln heizt sich das trübe Wasser der Elbe sehr schnell auf. Im gesamten Verlauf der Elbe leben mehr als hundert Fischarten. Die Bestände litten unter den Folgen der Industrialisierung. Die Lachsfischerei spielt an der Elbe schon seit den 1920er Jahren keine Rolle mehr. In den 1990er Jahren starteten erhebliche Bemühungen zur Verbesserung der Wasserqualität. Sie werden durch die extremen Niedrigwasserstände zunichte gemacht. Einträge von landwirtschaftlichen Flächen forcieren die Algenblüte, die wiederum dafür sorgt, dass der Sauerstoffgehalt des Wassers für die Fische kritische Werte unterschreitet.

Deshalb wurde am 15. Juli 2019 das „Messprogramm für hydrologische Extremereignisse an der Elbe“ gestartet. Dabei werden in einem festen Turnus Wasserproben entnommen und im Labor untersucht und auf dem Portal UNDINE zur Verfügung gestellt. Danach sind einige Messwerte im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten der Wasserqualität bereits erhöht. Zu diesen Stoffen gehören Natrium und Zink sowie das Antibiotikum Sulfamethoxazol und der medizinische Wirkstoff Oxipurinol. Die Wassertemperatur liegt am Messpunkt Schmilka knapp unter der 20-Grad-Marke. Auch die Bakterienbelastung der Elbe wird bei den Wasserproben untersucht. Nach den Angaben des Umweltamts Sachsen lag sie am 23. Juli 2019 bei Enterokokken bei 140 KBE/100ml und bei Escherichia coli bei 320 MPN/100ml.

Quelle: Umweltamt Sachsen, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes