Neue Technologie zur Überwachung von Schwimmbädern

Schwimmbäder sind grundsätzlich von Bademeistern überwacht. Nun sollen sie Unterstützung von einer künstlichen Intelligenz bekommen. Allerdings dürfte das die Zahl der ertrunken Menschen in Deutschland nur minimal senken.

Wie effizient die Überwachung der Schwimmbäder in Deutschland bereits ist, zeigt ein Blick auf die Daten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (kurz DLRG). Allerdings kämpfen die Betreiber der Schwimmhallen und Freibäder der Bundesrepublik mit einem Mangel bei den Bademeistern. Einen Teil dieses Defizits könnte die neue Technik beseitigen.

Wie funktioniert die technische Überwachung der Schwimmbäder?

Die Kernstücke der in Israel entwickelten Überwachungstechnik für Freibäder, Spaßbäder und Schwimmhallen sind Überwachungskameras und eine intelligente Software. Die zur Auswertung der Bilder verwendete Software arbeiten ähnlich wie die von Kriminalisten zur Erkennung potentieller Anschlagsgefahren genutzte Software. Sie wertet einerseits die Bewegungen der Badegäste und andererseits den Abstand von Kindern zu Erwachsenen aus. Außerdem beseitigt sie einen Mangel, der bei einer Überwachung allein durch Bademeister besteht. Sie können aufgrund des Lichteinfalls und der Wellen auf der Wasseroberfläche untergegangene Kinder meisten nicht erkennen. Der neuen Überwachungstechnik entgehen solche Gefahren nicht. Sie lokalisiert die hilfsbedürftigen Personen und übermittelt den Standort an spezielle Smartwatches, welche die Bademeister und Rettungsschwimmer tragen müssen. Dadurch können sie wesentlich schneller als bisher reagieren und mehr Leben retten.

DLRG: Viel größere Gefahren lauern in natürlichen Gewässern

2017 durfte sich Deutschland über einen Rückgang der Zahlen der Todesfälle durch Ertrinken freuen. Doch bereits das Jahr 2018 zeigte, dass dafür zu einem großen Teil die Witterung beteiligt war. Im Jahr 2018 gab es deutschlandweit mindestens 504 Menschen, die durch Badeunfälle ihr Leben verloren. 86 Prozent dieser Todesopfer waren in Flüssen, Binnenseen und Teichen zu beklagen. Die DLRG führt das auf die Tatsache zurück, dass die meisten Badestellen dort nicht von Rettungsschwimmern überwacht werden. Anders sieht es an der Nordseeküste und der Ostseeküste aus. Dort gab es im vergangenen Jahr 25 Todesfälle durch Ertrinken. Dabei entfällt die Mehrzahl auf Angel- und Segelunfälle, die sich außerhalb der Reichweite der Rettungsschwimmer ereignen. In überwachten Schwimmhallen, Freibädern und Spaßbädern lag die Zahl der Todesopfer bundesweit bei 29. Insgesamt sind Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sowie Menschen ab einem Alter von 55 Jahren nach den Angaben der DLRG die bedeutendsten Risikogruppen.

Quelle: DLRG, n-tv