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Studie belegt: Zahl der Spermien in Ejakulaten sinkt immer schneller

Human sperm flow

Eine aktuelle Studie belegt, dass im Ejakulat immer weniger Spermien enthalten sind. Der Rückgang der Spermienzahl beschleunigt sich bei Männern weltweit linear.

Stirbt die Menschheit als Folge geringerer Chancen für Schwangerschaften irgendwann aus? Diese Frage ist angesichts der Resultate einer aktuellen Studie berechtigt. Dafür wurden wiederum Studien aus den letzten fünf Jahrzehnten ausgewertet. Sie zeigen einen erschreckenden Trend. Die Zahl der Spermien pro Milliter Ejakulat ist im Betrachtungszeitraum drastisch gesunken. Zudem weisen die Resultate der Auswertung darauf hin, dass sich dieses weltweit beobachtete Phänomen in jüngster Zeit beschleunigt hat.

Spermienzahl nur noch halb so hoch wie vor 50 Jahren

In die Auswertungen wurden nur Studien einbezogen, in denen die Spermienzahl von zufällig ausgewählten Männern eingeflossen sind. Studien, die sich nur auf Resultate beziehen, die von Männern mit Zeugungsproblemen stammen, wurden ausgeschlossen. Das Ergebnis ist beunruhigend, denn die Anzahl der Spermien pro Milliliter Ejakulat lag im Jahr 2018 um 51,6 Prozent niedriger als im Jahr 1973. Das wird nach den Einschätzungen der Autoren deutliche Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit der Menschheit haben. Eine geringe Spermienzahl reduziert die Wahrscheinlichkeit der Zeugung eines Kindes erheblich. Dazu trägt ein weiterer Trend bei, der bei der Datenanalyse im Rahmen der Studie aufgedeckt wurde. Von 1973 bis 2000 lag der jährliche Rückgang der Spermienzahl durchschnittlich bei 1,16 Prozent. Bei einer separaten Betrachtung des Zeitraums von 2000 bis 2018 wurde mit einem Minus von 2,64 Prozent eine drastische Beschleunigung dieses Prozesses beobachtet.

Welche Schlussfolgerungen sind aus der Studie zur Spermienzahl zu ziehen?

Prognosen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Zahl der Weltbevölkerung ab der Mitte des 21. Jahrhunderts stagniert und danach mit hoher Wahrscheinlichkeit rückläufig werden wird. Die Daten der Studie zur Entwicklung der Spermienzahl stützt diese Prognose mit einer sinkenden Reproduktionsfähigkeit. Allerdings ist dieser Faktor in die Prognosen der Vereinten Nationen nicht eingeflossen.
Auch ist derzeit noch unklar, was die negative Entwicklung der Spermienzahl und die Beschleunigung des Rückgangs in den letzten beiden Jahrzehnten auslöst. Männer aus Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen sind stärker betroffen. Das legt einen Zusammenhang mit der Qualität der Ernährung nahe. Gleichzeitig wurde ein Rückgang des Testosteronspiegels bei den untersuchten Männern beobachtet. Darunter leiden die Spermienproduktion und die Libido. Eine nachlassende Libido senkt die Wahrscheinlichkeit der Zeugung von Nachwuchs zusätzlich. Die Autoren der Studie fordern deshalb eine Intensivierung der Untersuchungen rund um die männliche Reproduktionsfähigkeit.

Quelle: Oxford University, Stanford University, Vereinte Nationen