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Vorsorgeuntersuchungen: Urologie gehört unbedingt dazu!

Dr Höppner München

Wer die bestmögliche Krebsvorsorge betreiben möchte, sollte auf die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen nicht verzichten.

Leider haben viele Menschen Vorbehalte, wenn sie sich bei einem Urologen vorstellen sollen. Dabei ist die Vorsorge dieses medizinischen Fachgebiets wichtig. Dr. med. Höppner, tätig als Facharzt für Urologie in München, betont mit schlüssigen Begründungen, dass sich auch die Investitionen in einige IGeL-Leistungen der Urologie als Ergänzung der von den Krankenkassen bezahlten Vorsorgeleistungen der Urologie lohnen. Er verweist dabei beispielsweise auf rund 100.000 neue Fälle pro Jahr beim Prostatakarzinom. Diese Krebsform ist im frühen Stadium gut (chirurgisch) behandelbar, manifestiert sich aber häufig erst im fortgeschrittenen Stadium mit von Laien wahrnehmbaren Symptomen.

Welche IGeL-Leistungen sind beim Urologen interessant?

Doktor Höppner ist sich mit seinen Fachkollegen einig, dass Männer spätestens ab einem Alter von 45 Jahren regelmäßig einen PSA-Test durchführen lassen sollten. Das Kürzel steht für ein prostataspezifisches Antigen, das bei der Untersuchung des Ejakulats nachgewiesen werden kann. Er liefert Hinweise beispielsweise auf einen regelmäßigen (ungesunden) Harnverhalt sowie auf gutartige Vergrößerungen der Prostata und Harnwegsinfekte. Rückschlüsse auf einen vorhandenen Tumor in der Prostata lassen sich daraus nicht zuverlässig ableiten. Eine verlässliche Diagnose liefert bei einem plötzlichen Anstieg der PSA-Werte die Analyse einer entnommenen Gewebeprobe. Nach den derzeitigen Empfehlungen der Fachärzte macht der PSA-Test alle drei Jahre Sinn. Er kostet als IGeL-Leistung zwischen 40 und 60 Euro.

Beeinflussen Faktoren der modernen Gesellschaft die Fruchtbarkeit?

Wenn Paare sich ihren Kinderwunsch nicht erfüllen können, liegt die Ursache nicht immer bei der Frau. Wie forschende Mediziner der Hebrew Hadassah University herausgefunden haben, sind Männer in den westlichen Industrieländern von einem allgemeinen Phänomen betroffen, den die Forscher als „Spermienschwund“ bezeichnen. Nach ihren Resultaten hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten die durchschnittliche Zahl der von den Männern pro Ejakulation ausgeschütteten Samen mehr als halbiert. Führende Urologen schauen mit Besorgnis auf diesen Trend, denn die Studie korrespondiert mit anderen Forschungen, die eine steigende Zahl von Tumordiagnosen an den männlichen Geschlechtsorganen belegen. Das Fazit ist: Auch die Männer sollten sich bei einem unerfüllten Kinderwunsch untersuchen lassen.

Wie können Urologen bei der Familienplanung helfen?

Der erste Schritt ist die Untersuchung des Ejakulats. Dabei können die Fachärzte prüfen, ob überhaupt eine ausreichende Zahl von Spermien vorhanden ist. Bei der Bewertung der Fruchtbarkeit des Mannes kommt es auf weitere Faktoren an. Eine sehr große Rolle spielt die Agilität der Spermien. Sie müssen es nach dem Samenerguss schließlich schaffen, bis zu dem in der Gebärmutter der Frau eingenisteten Ei zu gelangen. Die Kosten der Beprobung und Analyse des Ejakulats müssen nicht zwangsläufig zu Lasten der Patienten gehen. Inzwischen gibt es einige Krankenkassen, von denen die Kosten übernommen werden. Fragen Sie deshalb bei Ihrer Krankenkasse nach!

Auch Erektionsstörungen führen häufig zu einem unerfüllten Kinderwunsch. Dabei sind Urologen ebenfalls die richtigen Ansprechpartner. Sie können beispielsweise prüfen, ob ein Testosteronmangel dafür verantwortlich ist. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgt dann, wenn es zusätzliche Symptome gibt, die auf ein solches Problem hinweisen. Dazu gehören beispielsweise ein Verlust des Bartwuchses und der Körperbehaarung. Bestätigt sich der Verdacht, lässt sich der Mangel an Testosteron mit der Auftragung von Gels oder der Verabreichung einer Hormonspritze aller drei Monate lösen.

Harninkontinenz: Scham ist oft ein Grund, nicht zum Urologen zu gehen

Viele Menschen haben Probleme, die von Urologen gelöst werden könnten. Doch sie betrachten sie als Tabuthema, obwohl sie damit nicht allein sind. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Menschen in Deutschland unter einer Harninkontinenz leiden. Mehr als zwei Drittel alle Betroffenen gaben in der Europäischen Inkontinenz-Studie an, noch nicht einmal mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner darüber gesprochen zu haben. Gleichzeitig ist mit 74 Prozent die Zahl der Betroffenen hoch, die im Alltag bereits deutlich negative Auswirkungen spüren. Fazit: Scham ist bei einer Harninkontinenz nicht angebracht! Gehen Sie zu einem Facharzt für Urologie und lassen Sie die Ursachen abklären, denn sie lassen sich in vielen Fällen beheben!

Quelle: Dr. med. Höppner (München), Ärzteblatt, NDR, Gesundheitsberichterstattung des Bundes
Artikelfoto: Dr. med. Michael Höppner mit Genehmigung von ihm und dem Fotografen Matthias Rüby München (matthiasrueby.de)