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Steigende Beiträge in der Privaten Krankenversicherung

Euro-Banknoten

In der Privaten Krankenversicherung werden aktuell überdurchschnittlich steigende Beiträge beobachtet. Bundestagsabgeordnete fragten nun nach den Ursachen.

Die Steigerung der Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (kurz PKV) weist derzeit eine erheblich größere Dynamik auf als in den letzten Jahren. Abgeordnete der Fraktion aus Bündnis 90 und den Grünen richteten deshalb eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Inzwischen liegt die Antwort vor. Sie bestätigt den subjektiven Eindruck mit objektiv erhobenen Zahlen.

Wie haben sich die Beiträge zur PKV in jüngster Zeit entwickelt?

Die Abgeordneten verweisen in ihrer Kleinen Anfrage darauf, dass die Beiträge zur PKV um mehr als das 2,5-Fache im Vergleich zur Erhöhung der Verbraucherpreise gestiegen sind. Dabei legten sie den Zeitraum vom Jahresbeginn 2015 bis zum Frühjahr 2021 zugrunde. Das deckt sich mit den Angaben der Bundesregierung, die sich dabei auf Zahlenmaterial der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) bezieht. Danach mussten Erwachsene für die Vollversicherung in der PKV im Jahr 2018 durchschnittlich 6,8 Prozent Beitragssteigerungen hinnehmen. Im Jahr 2019 erhöhten sich die Beiträge in der PKV für den gleichen Versicherungsumfang im Schnitt um 4,8 Prozent und im Jahr 2020 um 5,1 Prozent. Besonders heftig schlagen die bisher in die Statistik der BaFin eingeflossenen Beitragsanpassungen zu Buche. Im Durchschnitt verursachte die Anpassung der Beiträge Zusatzaufwendungen für die PKV-Vollversicherung in Höhe von 10,1 Prozent.

Welche Ursachen haben die deutlichen Beitragssteigerungen in der PKV?

Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort hauptsächlich auf die allgemeine Zinsentwicklung, die bei den Anbietern der PKV zu reduzierten Kapitalerträgen führt. So fiel der Rechnungszins von 3,38 Prozent im Jahr 2015 auf einen Schnitt von 2,83 Prozent im Jahr 2018. Bei der Betrachtung eines längeren Zeitraums fällt auch der sogenannte Überzins ins Gewicht. Er kommt einerseits den Versicherten durch Direktgutschriften für Altersrückstellungen (aktuell 90 Prozent) und zu 10 Prozent den Gewinnen der Privaten Krankenversicherungen zugute. Im Jahr 2001 beliefen sich die Überzinsen durchschnittlich auf 2,87 Prozent. Der seither niedrigste Stand wurde mit 0,04 Prozent in den Jahren 2008 und 2018 erreicht. 2019 lag der Schnitt der Überzinsen in der PKV bei 0,4 Prozent. Das ist einer der Gründe, warum ein Erwachsener für die Vollversicherung in der Privaten Krankenversicherung einen Monatsbeitrag von durchschnittlich 264 Euro bezahlen musste.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/31577