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Wie sinnvoll sind Handyversicherungen?

Payment for goods by credit card via smartphone.

Handyversicherungen versprechen Schutz vor Displaybruch und Wasserschaden. Ob sie sich lohnen, hat jetzt die Stiftung Warentest untersucht.

In der aktuellen Ausgabe von „Finanztest“ wurden insgesamt 19 Handyversicherungen auf den Prüfstand gestellt. Diese stellen laut dem Blatt einen „Schutz für Schussel“ dar, denn fast jedem ist schon einmal das Smartphone heruntergefallen. So wundert es nicht, dass der Displaybruch der häufigste Schaden bei Smartphones aller Art und dieser meist noch selbst verschuldet ist.

Lohnt sich die Handyversicherung?

In einem solchen Fall soll die Handyversicherung einspringen und die Kosten für Reparatur oder Ersatz tragen. Doch wie sinnvoll ist die Absicherung wirklich? Stiftung Warentest fand heraus, dass von den 19 untersuchten Angeboten die meisten einen Haken haben – und wenn es nur der Preis ist. Der kann nämlich sehr unterschiedlich ausfallen.

So zahlt man bei Amazon für die zweijährige Handyversicherung eines 580 Euro teuren Smartphones 82 Euro, bei Ergo Direkt dagegen schon 240 Euro. Für ein Samsung Galaxy S22 Ultra zum Preis von 1.300 Euro fallen sogar bereits Versicherungskosten von bis zu 312 Euro an.

Die finanziellen Schäden dagegen seien „überschaubar“. Trotz der hohen Preise können die Policen oft auch nicht die Erwartungen der Kunden erfüllen. Das macht sich unter anderem an vielen Beschwerden über derartige Policen bei der Schlichtungsstelle der privaten Versicherungswirtschaft bemerkbar.

Die größten „Haken“ bei Handyversicherungen

So erwarten viele Kunden, dass sie beim Verlust eines in die Jahre gekommenen Smartphones dessen modernen Nachfolger als Ersatz erhalten. Stattdessen wird laut Police im Fall des Totalverlusts lediglich ein Gerät „gleicher Art und Güte“ ersetzt. Das heißt, man darf nicht einmal damit rechnen, exakt das gleiche Modell noch einmal zu erhalten. Einige Anbieter ersetzen bei Verlust auch lieber den Geldwert des Geräts und der sinkt natürlich mit zunehmendem Alter.

Außerdem können die Anbieter die Ersatzzahlungen kürzen, wenn der Schaden durch grobes Fehlverhalten des Versicherungsnehmers entstanden ist. Allerdings ist es meist Auslegungssache, wann das der Fall ist. Im Zweifel kann es sich lohnen, die Schlichtungsstelle anzurufen.

Bei bloßen Schönheitsfehlern, wie Kratzern auf der Rückseite des Geräts oder Rissen am Rand des Bildschirms wird die Funktion nicht eingeschränkt. In dem Fall können die Versicherungen die Zahlung ebenfalls verweigern.

Welche Handyversicherung überzeugt preislich?

Die Stiftung Warentest gibt demnach keine Empfehlung für den Abschluss einer Handyversicherung. Wer diese trotzdem abschließen will, sollte zumindest auf den Preis achten. Hier konnten die Handyversicherung Komfort ohne Selbstbeteiligung von Die Bayerische, die Handyversicherung von Hepster, ebenfalls ohne Selbstbeteiligung und der Schutzbrief Basis von Mymobileschutz überzeugen.

Dennoch empfehlen die Tester, ausschließlich Verträge bei Versicherungen abzuschließen, die sich der Schlichtungsstelle Versicherungsombudsmann angeschlossen haben.

Quelle: mak