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Smarte Alarmanlage fürs Fahrrad

In Deutschland werden jährlich rund 300.000 Fahrräder gestohlen, die Aufklärungsrate durch die Polizei ist eher gering. Jetzt wollen Mobilfunkanbieter mit Hilfe einer SIM-Karte den Fahrraddiebstahl eindämmen.

Ähnlich wie bei klassischen Alarmanlagen für das Haus oder das Auto soll die Fahrradalarmanlage funktionieren und beispielsweise eine Push-Benachrichtigung auf das Smartphone des Besitzers schicken, wenn sich das Rad aus einem vorher festgelegten Bereich weg bewegt.

Vodafone und Zemo arbeiten für Diebstahlsicherung zusammen

Bereits soll eine handelsübliche SIM-Karte im Rahmen von E-Bikes der Marke Zemo stecken. Zusammen mit dem Radhersteller will Mobilfunkanbieter Vodafone auf diese Weise gegen Fahrraddiebe vorgehen. Die SIM-Karten sollen dabei über das Netz laufend Daten mit dem Smartphone austauschen. Sobald das Rad abgestellt wird, kann über die dazugehörige App ein bestimmter Bereich festgelegt werden. Wird das Rad aus diesem entfernt, schlägt das Smartphone Alarm.

Für diese Diebstahlsicherung ist auch kein extra Mobilfunkvertrag bei Vodafone nötig. Allerdings muss man gut 100 Euro für den Service innerhalb von drei Jahren einrechnen. Ein ähnliches Modell bietet auch die Deutsche Telekom in Zusammenarbeit mit dem Fahrradhersteller Winora. Bereits im letzten Jahr hat man gut 3.000 Räder damit ausgestattet. Zusätzlich gibt es einen Bausatz, mit dem die E-Bikes bei Bedarf nachgerüstet werden können.

Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad ist trotzdem skeptisch, ob sich die neuen Alarmanlagen für Fahrräder lohnen. Fraglich sei etwa, ob mit den modernen Systemen auch in Kellern und Containern gelagerte Fahrräder geortet werden können. Bisher fehlen dazu einfach die entsprechenden Erfahrungswerte.

Hochwertiges Fahrradschloss als erster Schritt

Trotzdem rät auch Geisler von zu einem zu unbesorgten Umgang mit dem Rad ab. Radfahrer sollten deshalb auf jeden Fall in die Sicherheit ihres Gefährts investieren, zunächst mit einem hochwertigen Schloss. Das kann Diebe nämlich auch von vornherein abschrecken. Im Schnitt geht Geisler von einem hochwertigen Schloss aus, wenn dessen Preis zehn Prozent des Kaufpreises des Fahrrads ausmacht. Allerdings greift die Faustformel weniger für mehrere Tausend Euro teure E-Bikes. Für sie empfiehlt Geisler die Verwendung von zwei verschiedenen Schlössern. Grundsätzlich unterscheidet man beim Fahrradschloss in drei Typen, die als besonders sicher gelten.

Das Faltschloss funktioniert nach dem Prinzip des Zollstocks. Es lässt sich flexibel einsetzen und platzsparend am Rad verstauen. Mit einem Scheibenschließzylinder versehen, wird die Sicherheit noch erhöht, da diese von Dieben nicht einfach mit einem Schlagschlüssel geöffnet werden können. Allerdings ist das Gewicht mitunter als Nachteil zu werten, da es bei guten Modellen recht hoch ausfällt.

Das Bügelschloss ist in U-Form gehalten und gilt als Klassiker unter den Fahrradschlössern. Wichtig ist, dass der Bügel breit genug ist, um das Rad auch an Straßenschilder anschließen zu können. Dann wird es aber auch recht sperrig im Vergleich zum Faltschloss. Das moderne Bügelschloss kann man übrigens nicht nur mit Schlüssel, sondern auch mit dem Smartphone öffnen. Wohl dem, dessen Smartphone-Akku immer ausreichend geladen ist.

Die dritte sichere Variante eines Fahrradschlosses ist die Panzerkette, die aus gehärtetem Stahl oder aus Panzerkabeln aus geflochtenen Stahlseilen bestehen. Selbst mit einem Trennschleifer sind diese Schlösser nur schwer zu knacken. Allerdings haben sie ein hohes Eigengewicht.

Können Trackingsysteme die Sicherheit beim Fahrrad steigern?

Bei sehr teuren Rädern lohnt sich ein Trackingsystem als Ergänzung sicher. Denn viele Diebe fahren nur wenige Kilometer mit dem Rad und stellen es dann wieder ab. Wer sein Rad orten kann, bekommt es also recht schnell wieder.

Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Systeme. Vodafone und die Deutsche Telekom arbeiten an den mobilfunkbasierten System, Trojabike dagegen setzt auf das klassische GPS-Tracking. Diebe können die Sender oft nicht sehen, da sie im Loch der Sattelstütze versteckt untergebracht sind. Wer das Rad absperrt, aktiviert damit den Sensor in der Smartphone-App und sobald sich das Rad bewegt, bekommt der Besitzer eine Nachricht aufs Handy. In regelmäßigen Abständen wird zudem der Standort des Rades ermittelt.

Fahrradjäger dagegen setzt auf Bluetooth. Hierfür gibt es ein Kästchen, das fest am Rahmen montiert ist. Es löst einen Alam in Form eines lauten Piepens aus, wenn ein Diebstahlversuch unternommen wird. Der Besitzer, aber auch andere Nutzer in der Nähe erhalten dann eine Nachricht über den Diebstahl. Die App kann zudem die gestohlenen Fahrräder orten, die mit der gleichen Technik arbeiten und die Eigentümer über ihren Standort informieren.

Ganz ohne Smartphone kommt man also beim Orten der Räder nicht aus. Allerdings kann die moderne Technik nicht nur ein Plus an Sicherheit bieten, sondern Diebe auch erst zum Diebstahl verleiten, wenn sie etwa kein Schloss mehr knacken müssen. Zudem nutzen manche begeisterte Radler Tracking-Apps, um die gefahrenen Strecken aufzuzeichnen und in sozialen Netzwerken zu teilen. Damit gibt man Auskünfte über die eigenen Trainingsstrecken und wo man sein Rad gerne einmal abstellt.

Quelle: dpa