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Täve Schur: Eine DDR-Legende wird 90 Jahre alt

Person on racing bike alone on highway

In der ehemaligen DDR gehörte Täve Schur zu den Namen von Sportlern, die jedermann kannte.

Gustav Adolf Schur, kurz Täve Schur genannt, war ein Vorbild für viele Kinder und Jugendliche in der ehemaligen DDR. Er schaffte als Radrennfahrer einige bedeutende Rekorde. Heute wird der Vorzeigesportler aus dem Osten Deutschlands 90 Jahre alt. Deshalb stellen wir sein Leben und seine Karriere vor.

Welche Erfolge konnte Täve Schur während seiner Karriere erringen?

Das Licht der Welt erblickte Täve Schur am 23. Februar 1931 in Heyrothsberge im heutigen Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Nach dem Schulabschluss entschloss er sich für eine berufliche Karriere als Maschinenmechaniker. Er war aktiver Fahrradfahrer und trainierte ab 1950 bei der BSG Grün-Rot-Magdeburg. Schon ein Jahr später holte sich Täve Schur den ersten Sieg beim Eintagesrennen „Rund um Berlin“. Im Jahr 1952 nahm er erstmals an der Internationalen Friedensfahrt teil. Einer der Rekorde des Ausnahmesportlers ist anderer Natur. 1953 wurde in der ehemaligen DDR erstmalig der Sportler des Jahres gewählt. Aus dieser Umfrage ging Täve Schur als Sieger hervor. 1954 brachte ihm den ersten Meistertitel bei den DDR-Meisterschaften im Straßenfahren ein. Außerdem nahm er an den Radfahrerweltmeisterschaft bei und sicherte sich in der Amateurklasse den sechsten Rang. In den Jahren 1955 und 1959 ging Täve Schur als Sieger aus den Etappenrennen bei der Internationalen Friedensfahrt hervor. Im Straßen-Einzelrennen bei den Weltmeisterschaften holte er 1958 und 1959 Gold. 1956 und 1960 nahm er außerdem erfolgreich an den Olympischen Spielen bei und holte zusammen mit seinen Mitstreitern Medaillen beim Mannschaftszeitfahren.

Was ist zu Täve Schur noch wissenswert?

Die Liebe zum Sport gab Täve Schur an seine Kinder weiter. Den Beweis dafür lieferte sein Sohn Jan Schur, denn er nahm als Radrennfahrer ebenfalls erfolgreich an der Internationalen Friedensfahrt sowie an Weltmeisterschaften teil. Vater Täve Schur beendete seine aktive Karriere im Jahr 1964 und war fortan als Trainer tätig. Ab 1973 arbeitete er hauptamtlich im Bezirksvorstand des Deutschen Turn- und Sportbunds der DDR (kurz DTSB). Parallel engagierte er sich politisch. Von 1958 bis 1990 war er aktives Mitglied der Volkskammer der ehemaligen DDR. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde er für die Zeit von 1998 bis 2002 als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt. 1992 eröffnete er gemeinsam mit einem seiner Söhne ein Fahrradfachgeschäft in Magdeburg. Täve Schur sollte in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen werden. Dabei wurde ihm allerdings seine politische Tätigkeit in der ehemaligen DDR zum Verhängnis.

Quelle: Sport-Alamanach, Deutscher Bundestag, Spiegel, FAZ