Rätselhafte Erkrankung in Norwegen kostete über 40 Hunde das Leben

In Norwegen ist eine rätselhafte Durchfallerkrankung bei Hunden ausgebrochen. Bereits mehr als 40 Vierbeiner sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Bisher ist immer noch unklar, was der Auslöser für die Krankheit ist.

Die mysteriöse Hundekrankheit sorgt bei den Behörden in Norwegen für Ratlosigkeit. Mehr als 40 tote Tiere und bisher immer noch kein Hinweis auf die mögliche Ursache, das sind die traurigen Zahlen, die die Lebensmittelaufsicht Mattilsynet auf ihrer Internetseite bekannt gibt. Am Mittwoch teilte die Behörde mit, dass seit dem 01. August 2019 mindestens 173 Fälle von blutigem Durchfall gemeldet worden seien, schätzungsweise 43 Hunde sind seither mit vergleichbaren Symptomen verstorben.

Hundekrankheit in ganz Norwegen ausgebrochen

Während die ersten Fälle noch aus der Landeshauptstadt Oslo gemeldet wurden, verbreitete sich die Krankheit sehr schnell. Mittlerweile kommen Meldungen aus allen Teilen des Landes. Das norwegische Veterinärinstitut kann auch keine Häufung bei bestimmten Rassen feststellen, denn es sind mittlerweile über 90 unterschiedliche Rassen betroffen.

15 verstorbene Hunde wurden obduziert. Bei zwölf von ihnen konnte man das Bakterium Providencia alcalifaciens nachweisen. Es ist bekannt dafür, zu Durchfall zu führen. Normalerweise ist das aber nicht lebensbedrohlich für die Tiere.

Dabei gilt trotz aller Beunruhigung: Durchfall bei Hunden ist keine seltene Erkrankung. Vielfach sind die Ursachen schon in einer Umstellung des Futters oder ähnlichem zu finden und der Durchfall lässt schnell wieder nach.

Viele Ursachen der Hundekrankheit ausgeschlossen

Man hatte bereits untersucht, ob Salmonellen, Vergiftungen durch Rattengift oder der Erreger Campylobacter die Ursache sein könnten, konnte dies aber ausschließen. Ebenso wenig konnte die Untersuchung von Hundefutter ein Ergebnis liefern. Experten stehen vor einem Rätsel: Es gibt keine bekannte Gemeinsamkeit der betroffenen Tiere.

560.000 Hunde leben laut Angaben des Norsk Kennel Klubs in Norwegen. Wegen der Erkrankung hat man die Besitzer aufgerufen, ihre Hunde an der Leine zu führen und den Kontakt mit anderen Tieren zu unterbinden. Auch in Deutschland ist man beunruhigt. So hat der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) sich entschlossen, auf der Bundessiegerausstellung in Dortmund, die regelmäßig international besucht wird, Hunde aus Norwegen nicht zuzulassen. Einziger Vorteil des aktuellen Stands der Ermittlungen: Es gibt bis dato keine Hinweise, dass die Erkrankung vom Hund auf den Menschen übertragen werden kann.

Quelle: dpa